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Krisenpolitik der NRW-Regierung

Armin Laschet besucht Hochwassergebiet und erntet scharfe Kritik: „Sie werden es bei der Wahl merken“

  • Matthis Pechtold
    VonMatthis Pechtold
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Armin Laschet besucht das Hochwassergebiet im Süden NRWs. Die Unzufriedenheit der Betroffenen trifft den CDU-Kanzlerkandidaten direkt.

Swisttal – Im Rennen um das Kanzleramt verweist CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet immer wieder und gerne auf seine Erfahrung als Ministerpräsident des größten Bundeslandes. Besonders von Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock, der entsprechende Erfahrungen im Lebenslauf fehlen, will er sich damit abheben.

Als Landeschef von Nordrhein-Westfalen muss Laschet hier aber auch besondere politische Fallgruben passieren, ohne in sie und damit in ein Umfrageloch zu fallen. Wer in der Verantwortung steht, ist gegen damit verbundenen Erwartungen nicht gefeit. Das bekam Laschet am Montag (02.08.2021) bei einem Besuch in Swisttal nahe Bonn zu spüren. Der Ort war im Juli von der Flutkatastrophe schwer getroffen worden.

Armin Laschet besucht Hochwassergebiete: Es hagelt Kritik am Krisenmanagement

Viele Bewohner:innen klagen über fehlende Warnungen im Vorfeld der Flut, auch seien sie bis jetzt nicht von den Behörden bei dem Wiederaufbau unterstützt worden. Entsprechend tief sitzt der Frust bei einigen Betroffenen – Laschets Besuch in der Gemeinde im Rhein-Sieg-Kreis wurde damit offenbar für viele zur Gelegenheit, ihre Kritik am Krisenmanagement loszuwerden.

Musste bei einem Besuch im Hochwassergebiet viel Kritik einstecken: NRW-Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet.

„Unsere Verwaltung ist ein riesengroßer Versager“, schimpfte ein Anwohner laut dpa. „Sie werden es bei der Wahl merken - und Sie leider auch“, sagte er in Richtung Laschet. Ein anderer nennt Laschets Besuch einen Wahlkampfauftritt. Um Hilfe zu leisten, müsste er nicht vor Ort sein. Weitere Personen machten ihrem Ärger Luft, wie die dpa berichtet. „Lachen Sie doch noch mal“, ruft ihm eine aufgebrachte Frau entgegen, eine Anspielung auf Laschets Heiterkeit Mitte Juli in Erftstadt, als einige Meter vor ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine ernste Rede hielt.

Nach der Flutkastastrophe: CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet bekommt Wut Betroffener zu spüren

Laschet äußerte Verständnis für die Stimmung, die ihm vor Ort entgegenschlug. „Ich wäre auch gleichermaßen aufgewühlt, wenn mir das zu Hause passiert wäre“, sagte er. Konkrete Hilfe will Laschet jetzt zügig auf den Weg bringen, dazu gehörten für ihn finanzielle Soforthilfen, und zwar zur Not bar auf die Hand, erklärte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zufolge am Montag.

Er bedankte sich des Weiteren für den Einsatz Ehrenamtlicher in den betroffenen Gebieten. Betroffene bat er, weiter durchzuhalten. Es könnten nicht alle Instandsetzungsarbeiten binnen kurzer Zeit gelingen, erklärte er.

Zweieinhalb Wochen nach der Flutkatastrophe: Armin Laschet will schnelle Hilfen für Betroffene

Laschet besuchte am Montag auch die Eifel-Gemeinde Schleiden. Dort verkündete er, mit Sonderregeln im Insolvenzrecht betroffenen Unternehmen unter die Arme greifen zu wollen. Ein Bundesgesetz solle außerdem einen Wiederaufbaufonds installieren, „damit das Geld verlässlich ankommt“.

Kommende Woche soll der nordrhein-westfälische Landtag auf Antrag der Landesregierung zusammentreten. Am 9. August soll Laschet zufolge im Parlament der Opfer der Flutkatastrophe gedacht werden. Am 10. August will man dann weiter über die Bewältigung der Katastrophe beraten.

Anwohner in Hochwassergebieten kritisieren Laschet Politik – Umfragewerte trüben sich ein

Nicht nur in den Hochwassergebieten, auch bundesweit hat die Beliebtheit des Kanzlerkandidaten Schaden genommen. Auf dem aktuellen Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen stürzte Armin Laschet ab, 0,7 Punkte verliert er auf der Skala von 5 bis -5 gegenüber der letzten Erhebung. Mit einem Wert von -0,2 liegt er zwar noch vor Annalena Baerbock (-0,5), aber hinter SPD-Kandidat Olaf Scholz, der auf einen Wert von 1,2 Punkte kommt. Und auch die CDU büßt bei der Frage nach der Wahlabsicht zwei Prozentpunkte ein. Mit 28 Prozent würde sie die Bundestagswahl 2021 indes weiterhin gewinnen: Die Grünen kämen laut der jüngsten Politbarometer-Umfrage auf 21 Prozent und damit den zweiten Platz. (mp/dpa)

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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