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Armin Laschet
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Bundestagswahl 2021: Ein Wahlwerbespot von Armin Laschet, Kanzlerkandidat der CDU, steht in der Kritik.

CDU fischt am rechten Rand

„Unbegreiflich“: Heftige Kritik an Laschet-Spot mit Querdenker – SPD ist entrüstet

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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  • Luisa Ebbrecht
    Luisa Ebbrecht
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In einem Wahlwerbespot von Armin Laschet (CDU) taucht ein prominenter „Querdenker“ auf – nach der Tötung in Idar-Oberstein. Die SPD ist entsetzt.

Update vom Mittwoch, 22.09.2021, 17.24 Uhr: Der CDU-Wahlwerbespot, in dem eine prominente Figur aus dem „Querdenker“-Milieu zu sehen ist, schlägt weiter hohe Wellen. Lars Klingbeil, Generalsekretär der SPD, fand deutliche Worte. „Der schreckliche Mord in Idar-Oberstein erschüttert unsere Gesellschaft. Dass ein 20-jähriger Student unschuldig sterben musste, weil er an die Solidarität und das Miteinander appellierte, ist unerträglich“, sagte Klingbeil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Partei von Kanzlerkandidat Armin Laschet hatte das Video nach der Tötung durch einen Maskenverweigerer veröffentlicht.

„Während die Ermittlungen zu der schrecklichen Tat noch laufen, erdreistet sich die CDU mit einem Wahlkampfspot für Armin Laschet zu werben, in dem ein radikaler ‚Querdenker‘ verharmlost wird“, sagte Klingbeil dem RND.

Querdenker in Spot von Armin Laschet (CDU) belästigte TV-Reporter

In dem Video ist der „Querdenker“ Thomas Brauner zu sehen. Der ehemalige Busfahrer aus Thüringen zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten in dem Milieu der Corona-Verschwörungsideolog:innen. Ende April hatte er ein Kamerateam des Fernsehsenders Welt im Berliner Regierungsviertel massiv belästigt. Während einer Live-Schalte bedrängten er und weitere Personen den Reporter Michael Wüllenweber. Der Sender musste die Schalte unterbrechen.

Ob den Verantwortlichen in der CDU-Zentrale bekannt war, um wen es sich im Wahlwerbespot gehandelt hat, steht bisher nicht fest. „Es ist mir unbegreiflich, wie eine Partei und ihr Kanzlerkandidat so pietätlos sein können“, sagte Klingbeil. Der SPD-Generalsekretär forderte von Armin Laschet, er müsse das Video zurückziehen und sich bei den Angehörigen des Opfers in Idar-Oberstein entschuldigen.

Bundestagswahl: CDU-Wahlwerbespot mit Querdenker sorgt für Empörung

Erstmeldung vom Mittwoch, 22.09.2021: Berlin – Kurz vor der Bundestagswahl 2021 sorgt ein Wahlwerbespot der CDU für Aufsehen. In dem Video gibt es eine „Querdenker“-Szene - das sorgt bei den anderen Parteien für Empörung. In dem Spot ist in einer kurzen Sequenz zu sehen, wie ein Mann bei einer Wahlkampfveranstaltung von Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) Anfang September in Erfurt auf die Bühne sprang.

Daraufhin ließ Laschet ihn in sein Mikro sprechen. In der CDU heißt es, bei den Mitgliedern komme das Video sehr gut an. Die Szene mit dem „Querdenker“ sei aus dem Wahlkampf in Erinnerung geblieben. Sie zeige, dass Kanzlerkandidat Laschet keinem Konflikt aus dem Wege gehe und mit allen spreche.

Wahlwerbespot zur Bundestagswahl 2021: Anhänger von „Querdenker“-Bewegung

Der Mann, ein Anhänger der „Querdenker“-Bewegung, beklagte sich über Corona-Maßnahmen. Im Wahlwerbespot ist eben diese Szene mit der Aussage unterlegt, die CDU stehe dafür, auch mit denen zu reden, „die eine kritische Haltung haben“ - „gerade mit denen“. Auch in einem früheren CDU-Wahlwerbespot findet sich eine ähnliche Szene. Dort sind die gleichen Aussagen über Bilder von Umwelt- und Klimaaktivisten zu finden.

Peter Dabrock, der frühere Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, zeigte sich laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) entsetzt, dass die CDU „nach dem fürchterlichen Terror-Mord von Idar-Oberstein“ trotzdem noch den Werbespot veröffentliche. Am Samstag (18.09.2021) hatte dort ein Maskengegner einen Tankstellen-Angestellten erschossen.

Wahlwerbespot zur Bundestagswahl 2021: Video ein „Hohn für alle“

Auch Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen schrieb auf Twitter, das Video sei „ein Hohn für alle, die mit Solidarität und Engagement gegen das Virus kämpfen“. Die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley (SPD), kritisierte in einem Tweet, die CDU fische am rechten Rand. 

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Bei dem in der „Querdenker“-Szene gezeigten Mann handelt es sich nach Angaben von RND um einen ehemaligen Busfahrer aus Thüringen. Er war dadurch bekannt geworden, dass er Kinder im Schulbus aufgefordert hattet, ihre Masken abzunehmen. Auf seinem Kanal im Messengerdienst Telegram zeigt er sich mit einem als „Volkslehrer“ bekannt gewordenen Rechtsextremisten und vergleicht die Corona-Maßnahmen mit dem Nationalsozialismus. (Luisa Ebbrecht)

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