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Trügerische Waffenruhe zwischen Aserbaidschan und Armenien

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Von: Stefan Krieger

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Blick auf die Siedlung Sotk,
Blick auf die Siedlung Sotk, die während der jüngsten Grenzkonflikte mit Aserbaidschan von aserbaidschanischem Beschuss getroffen worden sein soll. © KAREN MINASYAN/afp

Regierungsstellen aus Armenien verkünden einen Waffenstillstand im Konflikt mit Aserbaidschan. Eine Bestätigung steht noch aus.

Eriwan – Zwei Tage dauerten die schweren Kämpfe zwischen Aserbaidschan und Armenien im Südkaukasus an. Jetzt scheint sich eine Entspannung der Lage abzuzeichnen. Armenischen Angaben zufolge eine Waffenruhe vereinbart worden. Die Feuerpause gelte seit 20.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MESZ) am Mittwoch (14. September), sagte der Sekretär des armenischen Sicherheitsrates, Armen Grigorjan, im Fernsehen in Eriwan. „Unter Teilnahme der internationalen Gemeinschaft ist eine Vereinbarung über eine Waffenruhe erzielt worden“, so Grigorjan.

Eine Bestätigung aus der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku gab es zunächst nicht. Das armenische Verteidigungsministerium teilte abends mit, dass der Beschuss abgeflaut sei.

Kämpfe zwischen Aserbaidschan und Armenien: Mehr als 100 Armenier getötet

In den Kämpfen seit der Nacht zu Dienstag wurden nach Angaben von Ministerpräsident Nikol Paschinjan mehr als 100 Armenier getötet. 50 Quadratkilometer armenisches Gebiet seien in der Hand des Gegners, sagte er im Parlament. Die aserbaidschanische Seite sprach von 54 Toten in ihren Streitkräften.

Trotz der offenbar erzielten Waffenruhe geriet die armenische Führung wegen der aserbaidschanischen Angriffe unter Druck. In der Hauptstadt Eriwan verlangten Tausende Demonstranten am Mittwochabend den Rücktritt Paschinjans. Sie warfen ihm Nachgiebigkeit gegenüber Baku vor.

Kämpfe zwischen Aserbaidschan und Armenien: Russland soll helfen

Armenien hat wegen des Angriffs um Beistand des von Russland geführten Verteidigungsbündnisses OVKS gebeten. Allerdings ist Moskau derzeit stark mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine beschäftigt. Das Bündnis ehemaliger Sowjetrepubliken beschloss am Dienstag lediglich, eine Erkundungsmission in das Konfliktgebiet zu entsenden. Sie soll am Donnerstag eintreffen. (skr/dpa)

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