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Armenien und Aserbaidschan tragen länger einen Konflikt um die Region Berg-Karabach aus.
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Armenien und Aserbaidschan tragen länger einen Konflikt um die Region Berg-Karabach aus.

Region Berg-Karabach

Aserbaidschan nimmt armenische Soldaten gefangen - auf Armeniens Territorium

Armeniens Regierungschef wirft Aserbaidschan erneut Grenzverstöße vor. Die Lage sei angespannt und explosiv.

Update vom Freitag, 28.05.2021, 11.10 Uhr: Die Südkaukasusrepublik Armenien hat neue Spannungen an der Grenze zum verfeindeten Nachbarland Aserbaidschan beklagt. „Die Lage ist angespannt und explosiv“, sagte Regierungschef Nikol Paschinjan am Donnerstag. Er warf Aserbaidschan vor, am frühen Morgen auf armenischem Territorium mehrere Soldaten gefangen genommen zu haben. Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium hingegen erklärte, die sechs Armenier hätten versucht, die Grenze in Richtung des Gebiets Kelbadschar in der Konfliktregion Berg-Karabach zu überqueren. Kelbadschar war nach dem jüngsten Krieg zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken an Aserbaidschan übergeben worden.

Bei dem Krieg vom 27. September bis 9. November 2020 um Berg-Karabach hatte sich Aserbaidschan weite Teile des Anfang der 1990er Jahre verlorenen Gebiets zurückgeholt. Mehr als 6000 Menschen starben bei den Kämpfen.

Armenien wirft Aserbaidschan Grenzverletzungen vor

Eriwan – Armeniens geschäftsführender Regierungschef Nikol Paschinjan hat der Armee des Nachbarlandes Aserbaidschan erneute Grenzverletzungen vorgeworfen. „Das ist eine subversive Infiltration“, sagte Paschinjan am Donnerstag laut einer offiziellen Erklärung bei einer Sondersitzung des armenischen Sicherheitsrates.

Die aserbaidschanische Armee sei bis auf drei Kilometer in Richtung von Armeniens Südgrenze vorgerückt, erklärte Paschinjan. Sie verfolge den Plan, den Sew-See vollständig zu besetzen, der teils zu Armenien, teils zu Aserbaidschan gehört. Auf diesen „Eingriff“ der aserbaidschanischen Armee in armenisches Gebiet habe die armenische Armee mit „angemessenen taktischen Manövern“ reagiert. Zugleich forderte Paschinjan, die Spannungen auf diplomatischen Wege beizulegen.

Aserbaidschan rücke Richtung Südgrenze Armeniens vor

Aserbaidschan wies die Vorwürfe zurück. „Die Grenzposten besetzen die Positionen in den Bezirken Latschin und Kalbaschar, die zu Aserbaidschan gehören“, erklärte das Außenministerium in Baku. Die Vorwürfe Armeniens seien „provokant“ und zugleich „verwunderlich“, da Aserbaidschan sich verpflichtet fühle, „die Spannungen in der Region zu verringern“.

Vergangenen Herbst war der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die umstrittene Region Berg-Karabach eskaliert. Bei den sechswöchigen Kämpfen wurden mehr als 6000 Menschen getötet. Der Konflikt endete mit einer von Russland vermittelten Waffenstillstandsvereinbarung. Armenien musste große Gebiete an Aserbaidschan abtreten. Die Lage ist weiterhin angespannt. Vergangenen Monat beschuldigten sich beide Nachbarländer gegenseitig, in Berg-Karabach das Feuer eröffnet zu haben.

Streitpunkt zwischen Armenien und Aserbaidschan: die Region Berg-Karabach

Zu den aktuellen Spannungen erklärte die US-Regierung, sie beobachte die Entwicklungen genau. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, rief im Onlinedienst Twitter beide Seiten „zu Zurückhaltung auf, um eine friedliche Deeskalation der Lage zu begünstigen“ auf.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron telefonierte derweil mit Paschinjan. Wie der Elysée-Palast am Donnerstagabend mitteilte, betonte Macron dabei „die territoriale Integrität Armeniens“ sowie „die Notwendigkeit eines sofortigen Abzugs der aserbaidschanischen Truppen aus armenischem Gebiet“. Der russische Außenminister Sergej Lawrow telefonierte am Donnerstag mit seinem aserbaidschanischen Kollegen Dscheyhun Bairamow über die „Verschlechterung der Lage“ an der aserbaidschanisch-armenischen Grenze. Beide Minister hätten „die Notwendigkeit der strikten Einhaltung der Waffenruhe“ betont, hieß es aus Moskau. (ktho/AFP)

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