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„Aufbruch in eine neue Zeit“ hieß es beim CSU-Parteitag in München.

Kommentar

Arme CSU-Männer

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Mit faulen Ausreden verhindern christsoziale Politiker eine verbindliche Frauenquote auf allen Führungsebenen ihrer Partei.

Um ein Haar ist CSU-Chef Markus Söder an einer Niederlage vorbeigeschrammt. Die Delegierten des Parteitags waren drauf und dran, ihm die Frauenquote aus der Hand zu schlagen, die nun nicht mehr nur für den Landesvorstand und die Bezirksvorstände, sondern auch für die Kreisvorstände gelten soll.

Vor allem Männer fanden die bekannten Argumente, warum nicht geändert werden sollte, was ihnen die Posten gesichert hat. Frauen könnten ja alles werden in der CSU, wenn sie nur wollten. Genau, an der Leistungsfähigkeit der Frauen liegt es, dass die CSU seit Jahrzehnten männerdominiert ist. Die armen Jungs sind sozusagen gezwungen, alles unter sich auszukungeln, natürlich nach dem Leistungsprinzip.

Fauler kann eine Ausrede kaum sein. Angeführt wurde bei der CSU allen Ernstes, dass die gleiche Berücksichtigung von Männern und Frauen die Männer diskriminiere, von denen einige ihre Posten räumen müssten. Da kommen wir der Wahrheit schon näher: Gleichberechtigung bedeutet auch Verzicht – und zwar bei anderen als denen, die bisher verzichten mussten.

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