Vorwürfe (III)

"Architekt auch privat engagiert"

Unicef-Chef Dietrich Garlichs hat den Architekten, der den aufwendigen Umbau der Kölner Zentrale des Kinderhilfswerks plante, später auch privat beschäftigt. FR-Bericht vom 20. Dezember.

Von Matthias Thieme

Unicef-Chef Dietrich Garlichs hat den Architekten, der den aufwendigen Umbau der Kölner Zentrale des Kinderhilfswerks plante, später auch privat beschäftigt. Das haben Recherchen der FR ergeben. Als Garlichs am Dienstag von den Recherchen erfuhr, setzte er sofort ein Rundschreiben an alle Mitarbeiter auf, in dem er zugab, "dass ich für einen privaten Umbau denselben Architekten beschäftige, der auch in der Bundesgeschäftsstelle tätig war". In dem Brief schreibt Garlichs weiter: "Da wir gute Erfahrungen mit ihm gemacht haben, habe ich ihn daraufhin privat engagiert."

Im Vorstand des Kinderhilfswerks hat Garlichs' Verquickung von privaten und beruflichen Belangen jedoch schon im Juni zu Diskussionen geführt. Das Gremium wollte sogar wissen, ob er für seine privaten Zwecke auch noch dieselbe Baufirma beauftragt habe. "Seinerzeit habe ich mit dem geschäftsführenden Vorstand vereinbart, dass ich keine Handwerker beschäftigen werde, die für den Umbau der Bundesgeschäftsstelle gearbeitet haben", schreibt Garlichs jetzt. Die private Beschäftigung des Architekten sieht der Geschäftsführer als unproblematisch an, weil er den Mann "auf der Basis der offiziellen Architektenordnung" engagiert habe.

Doch kannte Garlichs den Architekten schon vorher? Vergab er den Unicef-Auftrag für den Umbau der Zentrale an einen Bekannten? "Der Architekt wurde nach Sondierung des Marktes auf Empfehlung beauftragt", teilt Unicef mit. Doch der Umbau, der mit Kosten von 810 000 Euro in die Kritik geraten war, könnte laut einer Aktennotiz vom 28. September, die der FR ebenfalls vorliegt, noch teurer werden. Das Papier weist eine Summe von 919 148 Euro aus. Unicef erklärt, die Kostenprognose werde eingehalten.

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