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Arabische Liga erkennt irakischen Verwaltungsrat nicht an

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Mitarbeiter einer US-Ölfirma getötet / Blair-Sprecher entschuldigt sich für ehrverletzende Äußerung über David Kelly

KAIRO/BAGDAD/LONDON, 5. August (ap/dpa/rtr). Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, teilte nach dem Treffen eines Außenminister-Komitees der Liga in Kairo mit: "Der Rat ist ein Anfang, aber er sollte den Weg ebnen für eine legitime Regierung, die anerkannt werden kann." Der Sitz Iraks bei der Arabischen Liga bleibt damit vorerst vakant. Viele arabische Staaten begrüßten die Bildung des Verwaltungsrats zwar als Fortschritt, betrachten ihn aber nicht als legitime Regierung, weil er nicht vom Volk gewählt wurde. Die Vertreter der zwölf in Kairo versammelten Staaten bilden ein Komitee, das von der Arabischen Liga mit der Beobachtung der Entwicklungen in Irak und in Israel beauftragt worden war.

Das Komitee sollte auch erörtern, ob sich die arabischen Staaten an einer internationalen Friedenstruppe für Irak beteiligen sollten. Viele Mitglieder der Liga lehnen eine Entsendung von Truppen ohne Mandat der Vereinten Nationen ab. Die US-Regierung hält eine neue UN-Resolution dagegen nicht für erforderlich. "Wir werden ganz klar weiterhin Staaten mit Besorgnissen zuhören, aber unsere Sicht ist, dass die (UN-Resolution) 1483 Ländern genügend Befugnisse zur Teilnahme gibt", hatte der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, am Montag erklärt.

Inzwischen soll sich der provisorische Regierungsrat in Irak über die Besetzung von zwölf der insgesamt 25 Ministerposten geeinigt haben. Nach Angaben der irakischen Zeitung Al-Shiraa vom Dienstag soll Adib el Dschadradschi von der Partei der Unabhängigen Demokraten Iraks erster Außenminister der Ära nach dem Sturz von Saddam Hussein werden. Dem Innenministerium werde künftig ein Vertreter der schiitischen Dawa-Partei vorstehen. Die zweite wichtige Schiitenpartei, der Hohe Rat für die Islamische Revolution in Irak, soll das Erziehungs- und Bildungsministerium erhalten.

Die US-Verwaltung will die Verantwortung für die ersten freien Wahlen in Irak nicht alleine tragen. Die UN mit ihren Spezialisten und Erfahrungen sollten dabei helfen, sagte ein Sprecher von US-Zivilverwalter Paul Bremer.

Bei einem Anschlag in Irak wurde ein Mitarbeiter der US-Firma Kellogg Brown & Root durch einen Sprengsatz getötet, der unter seinem Wagen detonierte. Nach Armeeangaben fuhr der Mann in einem Konvoi, der aus dem 190 Kilometer südlich gelegenen Bagdad kam. Kellogg Brown & Root ist eine Tochterfirma von Halliburton, der Ex-Firma von US-Vizepräsident Richard Cheney.

Das Pentagon bestätigte eine mysteriöse Serie von Lungenentzündungen bei US-Soldaten am Golf. Rund 100 Soldaten seien erkrankt, zwei von ihnen seien in vergangenen zwei Monaten gestorben. Ein Zusammenhang mit biologischen oder chemischen Waffen werde ausgeschlossen.

Die Affäre um den Freitod des britischen Waffenexperten David Kelly sorgte einen Tag vor dessen Beerdigung am heutigen Mittwoch erneut für Turbulenzen in Großbritannien. Der Sprecher von Premier Tony Blair, Tom Kelly, gab zu, David Kelly als wichtigtuerischen Fantasten dargestellt zu haben. Er entschuldigte sich "vorbehaltlos" für seine Äußerung bei der Witwe Kellys. Dies tat im Namen der Regierung auch der stellvertretende Premierminister John Prescott.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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