+
Pegida-Demonstration in Dresden.

Dresden

Anzeigen wegen „Absaufen“-Rufen bei Pegida

"Absaufen! Absaufen!" hatten Anhänger der Pegida-Bewegung in Dresden gerufen. Ziel ihrer Skandierungen: die Seenotretter der Mission Lifeline. Das hat jetzt ein Nachspiel.

Nach der Forderung mehrerer „Pegida“-Demonstranten, das Rettungsschiff „Lifeline“ solle „absaufen“, prüft die Staatsanwaltschaft Dresden Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung. „Der Vorgang ist von der Polizei bei der Staatsanwaltschaft Dresden eingegangen“, sagte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch auf epd-Anfrage.

Die Polizei habe Vorermittlungen gegen „eine bekannte Person und gegen Unbekannt“ geführt, fügte er hinzu. Wie lange die Prüfung dauern werde, könne er nicht sagen.

Zuvor hatten die „Dresdner Neuesten Nachrichten“ berichtet, nach der Kundgebung des fremdenfeindlichen Dresdner Bündnisses am 25. Juni sei bei der Dresdner Polizei „eine Vielzahl von Anzeigen“ eingegangen. Von der Kundgebung kursiert ein Video-Mitschnitt im Internet. Darauf ist zu hören, wie diverse Demonstranten nach einer Erwähnung des Dresdner Rettungsschiffes „Lifeline“ durch einen Redner auf der Bühne „Absaufen, absaufen“ skandieren.

Pegida hetzt gegen Seenotretter

Das private Rettungsschiff befand sich zu jener Zeit mit 234 geborgenen Flüchtlingen an Bord auf dem Mittelmeer. Erst nach einer mehrtägigen Irrfahrt durfte die „Lifeline“ einen Hafen in Malta anlaufen. Italien und Malta hatten ihre Häfen im Juni für Rettungsschiffe geschlossen.

Lesen Sie auch: Pegida-Gründer Bachmann nennt Klimaaktivisten „Volksschädlinge“ und „Parasiten“

Die „Lifeline“ wurde in Malta beschlagnahmt. Ihr Kapitän, Claus-Peter Reisch, steht seit dem 2. Juli in Valletta, der Hauptstadt des Inselstaates, vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, das Schiff fehlerhaft registriert zu haben. Die Dresdner Organisation „Mission Lifeline“, die das Schiff betreibt, vermutet hinter dem Prozess eine politische Motivation. Reisch sagte in einem Interview, man wolle die Seenotrettung privater Nichtregierungsorganisationen im Mittelmeer jetzt „faktisch abschaffen“. (epd)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion