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Antisemitismus

Mehrere Angriffe auf Synagogen - Zentralrat der Juden fordert stärkere Schutzmaßnahmen

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
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In NRW wurden mehrere antisemitische Straftaten begangen. Auch ein Protestzug in Gelsenkirchen wurde aufgehalten.

Düsseldorf - Am Mittwoch (12.05.2021) wurden vor Synagogen in Münster und Bonn israelische Flaggen angezündet, auch der Eingang der Synagoge in Bonn wurde mit Steinen beschädigt. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben mehrere Personen fest, davon 13 in Münster und drei in Bonn. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sprach von „purem, reinsten Antisemitismus“, wie die Tagesschau berichtet.

Doch dies blieben nicht die einzigen antisemitischen Vorfälle: Am Mittwochabend (12.05.2021) fand in Gelsenkirchen zudem ein Demonstrationszug statt. Ungefähr 180 Demonstrant:innen hatten sich demnach vom Bahnhofsvorplatz in Richtung Synagoge bewegt. Sie seien von zahlreichen Polizeibeamt:innen aufgehalten worden, wie es in einer Mitteilung heißt. Während der unangemeldeten Versammlung seien auch antisemitische Parolen gerufen worden.

Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, warnen vor einer Erhöhung von antisemitischen Straftaten. Der Schutz müsste jetzt verstärkt werden.

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„Die Bedrohung für die jüdische Gemeinschaft wächst“, sagte Josef Schuster am Mittwoch. Das zeigten die Verbrennungen von israelischen Flaggen vor den Synagogen in Bonn und Münster. Zudem seien „Israel und Juden insgesamt“ vor allem in den sozialen Medien Hass und Hetze ausgesetzt. „Der Schutz jüdischer Einrichtungen muss jetzt erhöht werden. Wir erwarten gerade von den Bürgern in Deutschland Solidarität mit Israel und der jüdischen Gemeinschaft. Wir alle gemeinsam müssen uns an die Seite des jüdischen Staates stellen“, sagte Schuster.

„Wenn die aktuellen Spannungen in Israel weiter steigen, gehe ich davon aus, dass das erneut auch Auswirkungen auf die Straftaten hierzulande hat“, sagte Felix Klein, Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Wir als Gesellschaft und vor allem Polizei und Justiz, müssen darauf reagieren. Wir dürfen das nicht dulden.“ Es handle sich um ein „klassisches Muster, Juden in Deutschland dafür verantwortlich zu machen, was die israelische Regierung tut - eine Regierung, auf deren Handeln sie ja keinen Einfluss haben“, so Klein.

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Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster, warnt vor antisemitischen Straftaten.

Die Landesregierung habe daraufhin unverzüglich die Schutzmaßnahmen erhöht, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Mittwoch. „Wir haben den Schutz an allen herausragenden jüdischen Orten noch einmal erhöht“, so Laschet. Für alle anderen jüdischen Objekte werde auf Veranlassung von Innenminister Herbert Reul (CDU) „eine aktuelle Beurteilung der Gefährdungslage durchgeführt“.

Vertreter:innen aus Politik und Gesellschaft reagierten schockiert auf die Taten. „Dieser antisemitische Hass ist eine Schande“, sagte auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) über die Angriffe auf Synagogen. Während in Israel Menschen angesichts der Raketenangriffe Todesangst litten, zeigten diese Taten in Deutschland „nichts als schreckliche Menschenverachtung“, so die SPD-Politikerin und Bundesjustizministerin. Synagogen und jüdische Einrichtungen müssten jetzt konsequent geschützt werden. (mit dpa)

Rubriklistenbild: © Oliver Berg /dpa

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