USA

Antisemiten zu allem bereit

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Die US-Polizei forscht nach der Ideologie der Schützen von Jersey City.

Die offiziellen Stellen wollen sich natürlich nicht in die Karten schauen lassen, aber es verdichten sich immer mehr die Hinweise darauf, dass das Angreifer-Paar von Jersey City vom Dienstag antisemitisch motiviert war. Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New Jersey, Gurbir Grewal, erteilte allen entsprechenden Nachfragen eine klare Abfuhr: „Wir führen zusätzliche Ermittlungen aus, bevor wir irgendwelche Schlüsse über die Motivation und die Ideologie (der Verdächtigen) ziehen.“

Grewal bestätigte aber, dass das Paar noch eine Person oder gar zwei Personen mehr als bisher angenommen umgebracht hat. „Die verstorbenen Verdächtigen in diesem Fall sind unsere Hauptverdächtigen für die Tötung eines Uber-Fahrers in Bayonne“, sagte der Jurist am Mittwoch (Ortszeit). Demnach haben der Mann und die Frau vor ihrem allem Augenschein nach gezielten Angriff auf ein jüdisches Lebensmittelgeschäft in Jersey City südlich davon in der Stadt Bayonne nicht nur einen Polizisten erschossen, sondern auch einen Fahrer des Fahrdienstvermittlers Uber.

Warum die beiden den Taxifahrer am vergangenen Wochenende umbrachten, ist immer noch unklar. Der Polizist, Vater von fünf Kindern, fiel ihnen am Dienstag zum Opfer, weil er den Tod des Fahrers untersuchte. Danach fuhr das Paar – laut „New York Times“ die 50-jährige Francine G. und der 47-jährige David A. – mit einem Lieferwagen nach Jersey City und stürmten dort den Laden für koschere Lebensmittel.

Rohrbombe im Lieferwagen

Sie erschossen dort drei Menschen, darunter die Co-Besitzerin des Ladens, und verwundeten eine weitere Person, die aber fliehen konnte. Beim anschließenden Feuergefecht mit einer Polizeistreife kamen beide Angreifer ums Leben. Die beiden Polizisten wurden verwundet. Im Wagen der Angreifer fand sich bei seiner Durchsuchung eine sprengbereite Rohrbombe.

Ermittler fanden auch eine Art Bekennerschreiben in dem Wagen, das aber so inkohärent sei, dass man daraus nicht auf die Motive der Gewalttat schließen könne. Aber zumindest David A. soll verschiedenen Medienberichten zufolge Verbindungen zu einer extremistischen religiösen Gruppe namens „Black Hebrew Israelites“ haben. Die „Schwarzen Hebräer“ stehen laut der Menschenrechtler vom renommierten Southern Poverty Law Center unter dem Verdacht, eine „hate group“ zu sein – afroamerikanische Rassisten, die Juden als Abgesandte des Teufels verdammen und Weiße nur als Sklaven akzeptieren wollen.

Der Bürgermeister von Jersey City, Steven Fulop, verbreitete via Twitter zudem, dass die „Schützen in Sozialen Netzwerken eine positive Haltung gegen über antisemitischen Gruppen“ gezeigt hätten. „In Jersey City gab es niemals Platz für Hass und Antisemitismus und es wird niemals Platz dafür bieten“, sagte Fulop. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach im Namen des israelischen Volkes den Familien der Opfer sein Beileid aus. US-Präsident Donald Trump hatte die Schießerei am Dienstag auf Twitter als „schrecklich“ bezeichnet. Hunderte Menschen nahmen an den Beerdigungen der Opfer in Jersey City teil. (mit dpa)

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