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Astrazeneca

Antikörper sollen die Ursache fürThrombosen sein

Untersuchungen der Universitäten Greifswald und Oslo zu Astrazeneca. Therapie soll möglich sein. Norwegen und Dänemark bleiben beim Impfstopp für das Vakzin

Unabhängig voneinander wollen Wissenschaftler:innen der Universtitätsmedizin Greifswald und des Universitätsklinikums Oslo ermittelt haben, was die Ursache für die Hirnthrombosen nach Impfungen mit Astrazeneca ist. Beide Forschungsteams gehen mit großer Wahrscheinlichkeit davon aus, dass diese schweren Ereignisse durch das Vakzin ausgelöst wurden. Auch die Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung sieht „eindeutige Hinweise“ für eine immunologische Ursache.

Andreas Greinacher vom Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin der Unimedizin Greifswald will zudem bereits eine Therapie dagegen gefunden haben, wie das Klinikum gestern mitteilte. Es heißt, Greinacher habe die Blutproben von Betroffenen untersucht und gemeinsam mit europäischen Wissenschaftler:innen und dem Paul-Ehrlich-Institut eine Therapie entwickelt. Sie kann allerdings erst eingesetzt werden, wenn Symptome auf eine Hirnvenenthrombose hindeuten.

Diese könne entstehen, wenn sich in seltenen Fällen nach der Impfung ein Abwehrstoff bilde, der die Blutplättchen aktiviere. „Diese agieren dann wie bei einer Wundheilung und lösen Thrombosen im Gehirn aus“. In Deutschland waren bis Donnerstag 13 solcher Sinusthrombosen bei 1,7 Millionen Geimpften aufgetreten.

In Norwegen kam es bei 120 000 Geimpften in sechs Fällen zu inneren Blutungen und schweren Thrombosen im Gehirn oder Magen. Bereits am Donnerstag hatten die norwegische Zeitung Verdens Gang und das schwedische Dagbladet von den Untersuchungen des Oslo University Hospital berichtet. Der Mediziner Andre Holme erklärte, man habe bei den Betroffenen „sehr spezielle“ Antikörper gefunden, die sich auf Blutplättchen auswirken. In Norwegen und Dänemark will man weitere Untersuchungen abwarten, bevor der Impfstoff wieder eingesetzt wird.

Johannes Oldenburg, Vorsitzender der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung, rät, das Blutbild zu überprüfen, sollten vier Tage oder später nach der Impfung Kopfschmerzen auftreten. Eine Therapie mit Immunglobulinen könne die fehlgeleitete Immunantwort beenden. Auch könne man erwägen, Astranazeneca vor allem bei Älteren einzusetzen. Die Hirnthrombosen waren bei Menschen jungen bis mittleren Alters aufgetreten. In disem Sinne empfiehlt nun die französische Gesundheitsbehörde das Vakzin nur noch bei über 55-Jährigen zu impfen.

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