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Eine Warnung zum Schluss: Anthony Fauci nimmt Abschied vom Weißen Haus

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Von: Sandra Kathe

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In einem wahrscheinlich letzten Pressebriefing verabschiedete sich der wohl berühmteste Präsidentenberater der USA in die Rente.
In einem wahrscheinlich letzten Pressebriefing verabschiedete sich der wohl berühmteste Präsidentenberater der USA in die Rente. © Jim Watson/AFP

Joe Bidens politischer Gesundheitsberater Anthony Fauci geht in Rente. Doch vorher ruft er die Menschen seines Landes erneut dazu auf, sich impfen zu lassen.

Washington – Der US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci hat sich am Dienstag (22. November) mit einem letzten Pressebriefing aus dem Weißen Haus verabschiedet – und die Bürger:innen seines Landes zum wiederholten Mal daran erinnert, sich impfen zu lassen. Gegen Covid-19 natürlich, doch genauso gegen bereits länger grassierende Krankheiten wie die Grippe. Ende des Jahres beendet der Immunologe seine Karriere als Direktor des US-amerikanischen Instituts für Infektionskrankheiten NIAID im Alter von 82 Jahren.

Fauci wurde in den USA und auch international bekannt, als er sich als Gesundheitsberater noch für den inzwischen abgewählten US-Präsidenten Donald Trump regelmäßig Pressefragen im Weißen Haus stellen musste. In dieser Funktion positionierte er sich auch öffentlich gegen den früheren Präsidenten, etwa als dieser vorschlug, Desinfektionsmittel gegen Corona einzunehmen. Unter Trump-Anhänger:innen und Gegner:innen der Coronamaßnahmen machte sich Fauci mit vielen seiner Äußerungen unbeliebt.

Hass gegen Präsidentenberater Fauci: Kampf gegen Falschmeldungen startet „Serie von Ereignissen“

Sein Einsatz im Kampf gegen Falschmeldungen habe „eine ganze Serie von Ereignissen“ in seinem Leben in Gang gesetzt, erinnerte sich Fauci bei seinem letzten von über 100 Auftritten im Weißen Haus, den er erneut dazu nutzte, für die schützende Wirkung von Impfstoffen zu werben: „Bitte, zu Ihrer eigenen Sicherheit und der Ihrer Familie: Lassen Sie sich, sobald Sie an der Reihe sind mit den aktuellen Impfstoffen gegen Covid-19 impfen und schützen Sie damit sich selbst, ihre Familie und die Menschen in Ihrem Umfeld“, zitiert die US-Zeitung Politico den Arzt, der bereits US-Präsident Ronald Reagan zu Gesundheitsthemen beraten hatte.

Durch seine Warnungen zur Corona-Pandemie wurde Fauci in einigen Kreisen so unbeliebt, dass etwa Trump Fans bei Wahlkampf-Auftritten des damaligen Präsidenten lautstark nach dessen Entlassung skandierten. Eine Gruppe republikanischer Politiker:innen um Hardlinerin Marjorie Taylor Greene forderte in einem Gesetzesentwurf, den sie Fire-Fauci-Act nannten, dasselbe – oder zumindest eine saftige Gehaltskürzung.

US-Gesundheitsberater Fauci: Republikaner wollen parlamentarische Untersuchung

Fauci betonte bei seinem Abschied am Dienstag, dass es in der Pandemie besonders schmerzhaft für ihn gewesen sei, dass Menschen aus ideologischen Gründen sich nicht hätten impfen lassen und damit sich und andere in Gefahr gebracht hätten. Für solche Mahnungen hatte Fauci zwischenzeitlich Morddrohungen erhalten.

Die Republikaner, die nach dem Ausgang der Midterms im Januar die Mehrheit im Repräsentantenhaus stellen, haben bereits angekündigt, nach dessen Ausscheiden aus dem Amt eine parlamentarische Untersuchung gegen Fauci in die Wege zu leiten. Dieser betonte, sich weiter allen Nachfragen des Parlaments stellen zu wollen. (ska mit dpa)

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