Rechte Gewalt

Anstieg der rassistischen Angriffe in Sachsen

Die Zahl der rechtsgerichteten Angriffe in Sachsen ist um 38 Prozent gestiegen. Viele Taten stehen in Zusammenhang mit den Übergriffen in Chemnitz.

Die Zahl der rechtsmotivierten und rassistischen Angriffe in Sachsen ist im vergangenen Jahr um 38 Prozent gestiegen. Es habe insgesamt 317 Fälle mit mindestens 481 Betroffenen gegeben, teilte der Verein RAA Sachsen am Donnerstag anlässlich eines Fachgesprächs in Dresden mit. Erklären lässt sich der Anstieg der Taten unter anderem durch die rechtsgerichteten Übergriffe in Chemnitz nach einem Tötungsdelikt im vergangenen Sommer.

Zu den Taten zählt RAA Sachsen auch den Mord an einem 27 Jahre alten Mann. Der homosexuelle Christopher W. sei im April von drei Tätern aus der rechten Szene getötet worden, die ihn zuvor bereits wegen seiner Homosexualität beschimpft und attackiert hatten. W. sei damit das 17. Todesopfer rechter Gewalt in Sachsen seit 1990.

Der Auswertung zufolge gab es 2018 in Chemnitz insgesamt 79 rechtsmotivierte Angriffe, dies sei eine Vervierfachung im Vergleich zum Jahr 2017. 81 Prozent der Chemnitzer Taten ereigneten sich demnach während oder im Nachgang der Ausschreitungen im Sommer.

Weitere Schwerpunktorte rechter Angriffe blieben mit je 60 dokumentierten Fällen die Städte Dresden und Leipzig. Im Landkreis Leipzig gab es 24 Fälle und im Landkreis Nordsachsen nach einem deutlichen Anstieg 23 Fälle.

208 der Taten seien rassistisch motiviert gewesen, erklärte der RAA Sachsen. 54 Angriffe richteten sich gegen politische Gegner der Rechten, darunter fielen in 20 Fällen auch Journalisten. Elf Attacken habe es gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Identität gegeben.

Nach Straftaten unterschieden seien Körperverletzungen mit 223 Fällen die häufigsten Delikte gewesen. In 79 Fällen habe es sich um eine Nötigung oder Bedrohung gehandelt. Außerdem hätten Anhänger der rechten Szene fünf Brandstiftungen verübt, darunter ein Restaurant in Chemnitz. (afp)

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