Die Frauenrechtlerin, Polizistin und Schauspielerin Saba Sahar, hier ein Foto von 2011, wurde in Kabul auf dem Weg zur Arbeit in ihrem Auto angegriffen.
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Die Frauenrechtlerin, Polizistin und Schauspielerin Saba Sahar, hier ein Foto von 2011, wurde in Kabul auf dem Weg zur Arbeit in ihrem Auto angegriffen.

Afghanistan

Anschlag auf Polizistin und Schauspielerin Saba Sahar

Die Frauenrechtlerin Saba Sahar, eine der bekanntesten Schauspielerinnen Afghanistans, ist in Kabul angegriffen und verletzt worden.

Afghanistans bekannteste Polizistin und Filmschaffende Saba Sahar ist bei einem Anschlag in der Hauptstadt Kabul verletzt worden. Die 44-Jährige, die auch Schauspielerin und Regisseurin ist, wurde auf dem Weg zur Arbeit in ihrem Auto angegriffen, wie der TV-Sender Tolo News am Dienstag berichtete. Auch Sahars Bodyguard und Fahrer wurden verletzt.

Sahar ist eine der bekanntesten Schauspielerinnen Afghanistans und setzt sich besonders für die Rechte von Frauen ein. Die Polizeibeamtin arbeitet daneben jedoch weiter für das Innenministerium. Erst vor gut einer Woche war ein Anschlag auf Afghanistans prominente Frauenrechtlerin Fauzia Kofi verübt worden. Die 45-jährige Kofi wurde dabei leicht verletzt.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International verurteilte den Anschlag auf Sahar. „Die steigende Anzahl von Attentaten und Mordversuchen auf Menschenrechtler, politische Aktivisten, Journalisten und Filmschauspieler ist extrem besorgniserregend“, erklärte die Organisation. Afghanistan wird von einer Welle von Gewalt erschüttert, während die innerafghanischen Friedensgespräche zwischen der Regierung und den Taliban weiterhin in der Schwebe sind.

Geplante Verhandlungen in der katarischen Hauptstadt Doha über eine Beilegung des 19-jährigen Konfliktes sind wegen der offenen Frage der Gefangenenbefreiung noch nicht vorangekommen. Nicht nur die Regierung in Kabul hat Bedenken, etliche besonders gefährliche Taliban-Kämpfer freizulassen, auch einige andere Länder haben ihr Veto eingelegt, weil sich unter den Freizulassenden auch Aufständische befinden, die blutige Attentate auf ausländische Soldaten verübt haben.

Die Frage der Gefangenenbefreiung war seit Ende Februar ein heikler Streitpunkt zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung. Ende Februar hatten die USA und die aufständischen Taliban ein historisches Friedensabkommen geschlossen, das den Abzug der USA aus Afghanistan vorsieht. Die USA haben bereits angekündigt, bis Ende November die Zahl ihrer Soldaten in Afghanistan auf weniger als 5 000 reduzieren zu wollen. (epd)

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