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UN-Generalsekretär Kofi Annan sieht die Weltordnung durch den Irak-Krieg und die Konflikte in Afrika in der Krise.
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UN-Generalsekretär Kofi Annan sieht die Weltordnung durch den Irak-Krieg und die Konflikte in Afrika in der Krise.

Annan sieht Weltordnung nach Irak-Krieg in Krise

Debatte über die Rolle der UN gefordert / Bush übernimmt Verantwortung für Uran-VorwurfDie Weltordnung ist nach Ansicht von UN-Generalsekretär Kofi Annan durch den Irak-Krieg und Konflikte in Afrika in eine Krise geraten. Das internationale System und Institutionen wie die UN müssten neu überdacht werden. US-Präsident George W. Bush übernahm erstmals persönlich die Verantwortung für umstrittene Vorwürfe gegen Irak, wonach das Land versucht haben soll, in Afrika Uran zu kaufen. Dossier: Irak nach dem Krieg

NEW YORK / BAGDAD, 31. Juli (dpa/rtr/ap). Die Vereinten Nationen seien durch den Irak-Krieg in eine Außenseiterrolle gedrängt worden, beklagte Annan am Mittwochabend (Ortszeit) in New York. "Wenn wir erwägen, Präventivschläge oder -kriege als Antwort auf diese neuen Bedrohungen zuzulassen, was sind dann die Regeln?", fragte Annan. Wer treffe die Entscheidung? "War das, was in Irak geschehen ist, nur eine Ausnahme? Oder ist es ein Präzedenzfall für andere?" Der UN-Chef schlug vor, dass diese Fragen bei der nächsten Generaldebatte der UN-Vollversammlung im September von führenden Politikern erörtert werden sollten.

Annan sagte, die Antwort der internationalen Gemeinschaft auf den Alleingang der USA in Irak heiße "laut und klar: Die UN und der Multilateralismus sind entscheidend für uns". Nach Einschätzung Annans ist die Gemeinschaft jetzt auch nur mit einem klaren Mandat des UNSicherheitsrates bereit, den alliierten Besatzern in Irak zu Hilfe zu kommen: "Wir brauchen eine zweite Resolution, bevor wir uns stärker in Irak einsetzen."

US-Präsident Bush übernahm am Mittwoch erstmals persönlich die Verantwortung dafür, in seiner Rede zur Lage der Nation falsche Angaben über die Bedrohung durch Irak gemacht zu haben. "Ich übernehme die volle persönliche Verantwortung für alles, was ich sage", sagte Bush in Washington. Er bezog sich damit auf eine Passage aus seiner Rede im Januar. Darin hatte er unter Berufung auf britische Quellen erklärt, Irak habe versucht, in Afrika Uran zu beschaffen. Der Bericht stellte sich als gefälscht heraus, was auch die USA inzwischen eingestanden haben.

Der US-Geheimdienst CIA hat nach einem Bericht des britischen Guardian in mehreren Punkten Bedenken gegen das erste Irak-Dossier der Regierung in London angemeldet. Demnach warnte die CIA vor Veröffentlichung des Dossiers im September Premierminister Tony Blair unter anderem vor der groß herausgestellten Aussage, Iraks Staatschef Saddam Hussein könne binnen 45 Minuten mit seinen Massenvernichtungswaffen zuschlagen. Diese Behauptung hatte auch der britische Biowaffenexperte David Kelly kritisiert, dessen Selbstmord vom heutigen Freitag an richterlich untersucht wird. Blair hatte diese Behauptung immer wieder gegen skeptische Stimmen verteidigt.

Das britische Außenministerium hatte bereits zugegeben, vom US-Geheimdienst gewarnt worden zu sein. Bisher waren aber nur Einwände gegen die angeblichen irakischen Uran-Käufe bekannt. Doch wie der Guardian am Donnerstag berichtete, hielt die CIA die britischen Angaben in mehrfacher Hinsicht für nicht gesichert.

Die Iraker sollen in etwa einem Jahr eine politische Führung wählen. Das kündigte der Chef der US-Zivilverwaltung, Paul Bremer, bei der Wiedereröffnung des Außenministeriums in Bagdad an. In der Nacht zum Donnerstag waren zwei US-Soldat in Irak erschossen worden.

Rund 1000 polnische Soldaten wurden am Donnerstag in Szczecin (Stettin) nach Irak verabschiedet. Sie sollen im Rahmen einer multinationalen Truppe die Verwaltung von fünf irakischen Provinzen übernehmen.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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