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„Weit unter der Gürtellinie“

Baerbock-Tweet von Hans-Georg Maaßen: Selbst CDU-Parteifreunde zeigen sich entsetzt

  • VonTanja Koch
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Nach einer abwertenden Aussage gegen Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock via Twitter erntet CDU-Politiker Hans-Georg Maaßen scharfe Kritik.

Berlin – Der CDU-Bundestagskandidat und frühere Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen erhält wegen seines gegen Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock gerichteten Tweets wenige Monate vor der Bundestagswahl 2021 selbst aus den eigenen Reihen Gegenwind. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff distanzierten sich von Maaßen und zeigten sich empört.

Maaßen hatte die Anfangsbuchstaben von Baerbocks vollständigen Namen mit dem polizeifeindlichen Kürzel „ACAB“ (All Cops are Bastards, alle Polizisten sind Mistkerle) in Verbindung gebracht. „Annalena Charlotte Alma Baerbock = ACAB = All Cops Are Bastards. Zufall oder Chiffre?“, schrieb Maaßen am Samstag auf Twitter. „ACAB“ gilt als diffamierende Formulierung, der Begriff wird unter anderem von Besuchern von Fußballspielen genutzt, um Polizisten zu provozieren.

Hans-Georg Maaßen freut sich nach Baerbock-Tweet über Feedback

Zudem verlinkte er in dem Post einen Bericht darüber, dass die Grünen-Kanzlerkandidatin, deren Umfrage-Ergebnisse zuletzt schlechter geworden waren, Sicherheitsbehörden auf rechtsextreme Gruppen prüfen lassen wolle. Später freute sich der Politiker über das „großartige Feedback“. Der Tweet sei „ein richtiger Honeypot für grün-linke Hetzer“, von denen er nun weitere 100 blockiert habe. In einem weiteren Kommentar schlug er vor, doch wieder über politische Inhalte und Fakten zu diskutieren und distanzierte sich von Verschwörungsgläubigen: „Schön, dass einige Anhänger der Theorie von „geheimen Codes“ nun aufgrund meines ironisches Tweets zum Namen von Frau Baerbock gemerkt haben, wie absurd solche Konstruktionen sind.“

Der Tweet gegen die Kanzlerkandidatin der Grünen Annalena Baerbock bescherte dem früheren Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen starken Gegenwind.

Hans-Georg Maaßen erntet für Baerbock-Tweet Kritik aus der eigenen Partei

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte am Wahlabend in der Sendung „Bild live“, diejenigen, „die in Ostdeutschland schwierige Personen darstellen, die kommen alle aus dem Westen“. Auch Maaßen sei „nicht bei uns sozialisiert worden“, betonte der Ministerpräsident. Er forderte, wieder „eine politische Kultur zu pflegen, die bestimmte Ausfälle vermeidet“. Haseloff fügte hinzu: „Wir haben ein Kulturdefizit an dieser Stelle.“ Maaßen hatte 2018 mit der Aussage provoziert, es sei in Chemnitz nicht zu Hetzjagden auf Ausländer gekommen.

In der „Berliner Runde“ der ARD zur Wahl in Sachsen-Anhalt sprach Grünen-Bundestagsfraktionschefin Katrin Göring-Eckardt den Tweet an. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak sagte dazu: „Dieser Tweet ist unmöglich, unsäglich.“ Er fügte hinzu: „Das ist auch nicht unser Niveau, nicht mein Niveau.“

Baerbock-Tweet: CDU soll sich von Hans-Georg Maaßen distanzieren

Göring-Eckardt nannte Maaßens Tweet als Beispiel dafür, wie im Bundestagswahlkampf „auf die einzige Frau im Rennen gerade draufgehauen wird“, mit Vorwürfen „weit unter der Gürtellinie“. Dies entmutige viele andere Frauen, in der Politik überhaupt eine Rolle spielen zu wollen.

Mit Blick auf die von der CDU-Spitze am Wahlabend viel zitierte Brandmauer zur AfD forderte die Grünen-Fraktionschefin Ziemiak auf, sich von Maaßens Äußerung zu distanzieren. Sie warf der CDU vor, „einen solchen Verschwörungstheoretiker“ zu unterstützen und ihn Teil der nächsten Bundestagsfraktion werden zu lassen. (AFP/tk)

Rubriklistenbild: © Thomas Imo/imago-images

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