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Annalena Baerbock und Olaf Scholz
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Annalena Baerbock (l.) und Olaf Scholz (r.) sind im Polittalk des RBB aufeinander getroffen.

Bundestagswahl 2021

Annalena Baerbock gegen Olaf Scholz – SPD-Kandidat kann punkten

  • Katja Thorwarth
    vonKatja Thorwarth
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Im Polittalk des RBB treffen Annalena Baerbock und Olaf Scholz aufeinander. Die Harmonie wird durch den Streitpunkt CO2-Preis getrübt.

Berlin - Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, und Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, kandidieren beide im Wahlkreis Potsdam um ein Direktmandat für den Bundestag bei der nächsten Bundestagswahl. Zwei Kanzlerkandidaten in einem Wahlkreis ist eine Premiere und entsprechend Grund genug für den Kandidatentalk „Polittalk aus der Hauptstadt“ vom Inforadio des RBB (Das Erste) .

Es war ein freundlicher Schlagabtausch, den sich die Kandidatin und der Kandidat lieferten. Was auch daran lag, dass Vizekanzler Scholz Fehler insbesondere im Kampf gegen die Corona-Pandemie selbst einräumte. Falsche Entscheidungen hätte es gegeben, so hätte man zu Beginn der Pandemie die Schulen nicht schließen sollen. Auch mache ihn die Situation in den Altenpflegeeinrichtungen nachhaltig traurig, ergänzte Scholz.

Bundestagswahl 2021: Olaf Scholz räumt Versäumnisse in der Corona-Politik ein

Man habe zu lange in der Situation verharrt, es sei nicht rechtzeitig das Richtige geschehen. Außerdem kritisierte Scholz (SPD) die Organisation der Impfstoffbestellung in Europa im vergangenen Jahr. Das habe zu lange gedauert. „Es hätte anders laufen müssen“, sagte Scholz im Hinblick auf die flächendeckende Kritik bezüglich der Impfstoffbeschaffung. Es müsse nachträglich darüber geredet werden.

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Annalena Baerbock fordert Selbstkritik

Doch auf diese Vorlage ging die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock gar nicht ein. Vielmehr erklärte sie, man könne nicht nur die regierenden Parteien zur Verantwortung ziehen, stattdessen müssten alle demokratischen Parteien selbstkritisch sein. Für sie sei die größte Lehre aus der Corona-Situation, konkrete Pläne und Handlungsanweisungen auch für die Zukunft zu machen und nicht immer auf Sicht zu fahren. Jetzt müsse man sagen, „damit machen wir Schluss. In Zukunft schauen wir wirklich voraus und sagen, was brauchen wir in den nächsten Jahren“, sagte Baerbock.

Zwei, die sich verstehen: Annalena Baerbock und Olaf Scholz beim „Politiktalk aus der Hauptstadt“.

Das gelte auch für die Flüchtlingspolitik. Man könne nicht immer sagen, „wir machen einfach die Augen zu, die Welt um uns herum dreht sich weiter“, erklärte die Grünen-Kanzlerkanidatin. Sie forderte einen Zusammenschluss mehrerer europäischer Staaten, um eine gemeinsame Integrationspolitik zu realisieren.

Kontroversen zwischen Scholz und Baerbock beim Thema Klimaschutz

Auch Vizekanzler Scholz sprach sich in dieser Causa für eine europäische Strategie aus. Nötig sei eine „pragmatisch humanitäre Flüchtlingspolitik“. Das bedeute einerseits unter anderem politisch Verfolgte aufzunehmen. Andererseits müsse auch gesagt werden, „diejenigen, die keine Schutzansprüche haben, können nicht bleiben“.

Zur einzigen nennenswerten Kontroverse kam es beim Thema Klimaschutz. Hier warf der SPD-Kanzlerkandidat den Grünen vor, zu unkonkret zu bleiben. Wenn man Steuern auf Diesel erhöhen wolle, solle man das auch so sagen. Gleichzeitig forderte Scholz, Strom billiger zu machen. Nur so könne die Energiewende gelingen. Außerdem erinnerte Scholz Annalena Baerbock an die schlechte Bilanz des grün-regierten Bundeslandes Baden-Württemberg. Im sogenannten Ländle seien in der letzten Legislaturperiode nur zwölf Windräder gebaut worden.

Polittalk: Baerbock kann gegen Scholz an einer Stelle nicht kontern

Darauf fiel Baerbock kein entsprechender Konter ein, allerdings habe die Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energien jahrelang verhindert. Planungsprozesse müssten vorangetrieben werden. Dazu gehöre, die Bürger:innen von Beginn an stärker zu beteiligen.

Olaf Scholz ließ sich trotz bescheidener Beliebtheitswerte seiner Person in den aktuellen Umfragen an diesem Abend nicht aus der Ruhe bringen, Annalena Baerbock kam an einer Stelle ins Schwimmen. Dennoch bestach der Polittalk der Kontrahenten in erster Linie aus Harmonie und weniger aus aggressivem Wahlkampf. (Katja Thorwarth)

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