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Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende ihrer Partei und Gruenen-Kanzlerkandidatin.
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Annalena Baerbock, die Kanzlerkandidatin der Grünen. Erstmals meldet sich ihr Co-Autor zu den Plagiatsvorwürfen zu Wort.

Bundestagswahl 2021

Vorwürfe „scheinheilig“: Baerbocks Co-Autor meldet sich erstmals zu Plagiatsvorwürfen

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Nach den Plagiatsvorwürfen in Annalena Baerbocks Buch „Jetzt“ meldet sich erstmals ihr Co-Autor zu Wort. Der Journalist nimmt die Kanzlerkandidatin in Schutz - zieht sich aber auch selbst aus der Verantwortung.

Berlin ‒ Zum ersten Mal in der Plagiatsaffäre um Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat sich der Schriftsteller zu Wort gemeldet, der die Politikerin bei der Entstehung des Buches unterstützt hat. Der Journalist und Autor Michael Ebmeyer zog sich in seinem Statement aus der Verantwortung und stellte klar, dass er mit den aus fremden Texten übernommenen Passagen in dem umstrittenen Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ nichts zu tun habe - verteidigte Baerbock aber auch.

Die Grünen-Politikerin war zuletzt in die Kritik geraten, weil sie mehrere Textpassagen in ihrem Buch ohne die Angabe von Quellen aus anderen Texten übernommen hatte. In den vergangenen Wochen hatte sich Baerbock sich immer wieder gegen die Plagiatsvorwürfe verteidigt, aber auch Fehler eingeräumt. Auch Parteikollege Robert Habeck sagte, die letzten Wochen seien „kein Glanzstück“ gewesen, stellte sich aber hinter Baerbock als Kanzlerkandidatin für die Bundestagswahl 2021. Ein Kandidatenwechsel komme für die Partei nicht infrage.

In einer nächsten Auflage soll Baerbocks Buch nun mit zusätzlichen Quellenangaben versehen werden. „In Absprache mit der Autorin werden wir in einer möglichen nächsten Auflage sowie zum nächstmöglichen Zeitpunkt im E-Book zusätzliche Quellenangaben im Buch ergänzen“, sagte eine Sprecherin des Ullstein-Verlags am vergangenen Freitag (09.07.2021).

Plagiatsvorwürfe gegen Annalena Baerbock: Schriftsteller Michael Ebmeyer an Endfassung unbeteiligt

Nun hat sich auch der Co-Autor des Buches, Michael Ebmeyer, auch erstmals zu den Vorwürfen des Plagiats geäußert. „Ich bin froh, dass ich die letzten zwei Wochen in Urlaub war“, eröffnete der Schriftsteller das Statement, das er am Dienstag (13.07.2021) auf Facebook veröffentlichte. Mit der „Kampagne“ gegen das Buch sei auch versucht worden, seinen Namen in den Dreck zu ziehen. Dem Facebook-Beitrag hängte Ebmeyer auch ein Statement des Ullstein-Verlags an, das klarstellt, Annalena Baerbock habe das endgültige Buch allein geschrieben:

„Im Winter 2020/21 hat Michael Ebmeyer ausführliche Interviews mit Annalena Baerbock geführt, vor allem zu ihrer Herkunft und ihrem Weg in die Politik. Die Textfassung dieser Gespräche war die Grundlage, auf der Frau Baerbock - ohne Michael Ebmeyer - das Buch in seiner vorliegenden Form schrieb.“

Schriftsteller und Journalist Michael Ebmeyer. (Archiv)

„Scheinheilig“: Michael Ebmeyer zu Plagiatsvorwürfen gegen Annalena Baerbock

Der Schriftsteller betonte in seinem Statement, seine Rolle bei der Entstehung des Buches sei eher die eines „Geburtshelfers“ gewesen. „So war es von Beginn an abgesprochen, und dabei ist es geblieben. An der Endfassung war ich nicht beteiligt“, schreibt er. Einen Streit oder ein Zerwürfnis zwischen ihm und der Grünen-Politikerin, von dem in der öffentlichen Diskussion zwischenzeitlich die Rede war, habe es auch nicht gegeben. Insgesamt bezeichnete Ebmeyer die Plagiatsvorwürfe gegen das Buch als „scheinheilig“. Es handele sich nicht um ein Fachbuch, sondern eine Darstellung ihres eigenen Weges in die Politik. Ähnlich hatte sich Baerbock selbst im Talk mit der Frauenzeitschrift Brigitte geäußert. Sie hätte schließlich „kein Sachbuch oder so“ geschrieben, erklärte die Politikerin Anfang Juli.

Ebmeyer erklärte zudem, dass über die „Demontageversuche“ an Annalena Baerbock nicht vergessen werden dürfe, „dass diese Kandidatin und ihre Partei die einzigen sind, die für den Klimaschutz, die dringlichste politische Aufgabe der nächsten Jahre, überhaupt einen Plan haben.“ In Zukunft möchte sich der Schriftsteller nicht mehr zur Plagiatsaffäre um Baerbocks Buch „Jetzt“ äußern. Dies werde seine „einzige öffentliche Äußerung bleiben“, schrieb er auf Facebook. Zahlreiche „freundliche Interview-Anfragen“ seien ihm dank seines Urlaubes ja bereits erspart geblieben. (iwe)

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