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Annalena Baerbock: Außenministerin mit normalem Linienflug zum Staatsbesuch

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Von: Katja Thorwarth

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Außenministerin Baerbock flog zum Antrittsbesuch nach Spanien mit einer Linienmaschine.
Außenministerin Baerbock flog zum Antrittsbesuch nach Spanien mit einer Linienmaschine. © Fabian Sommer/dpa

Zum Antrittsbesuch nach Spanien reist die Grüne Außenministerin Annalena Baerbock mit einer Linienmaschine.

Madrid - Am Dienstagmorgen brach Bundesaußenministerin Annalena Baerbock zu einem Staatsbesuch nach Spanien auf. Das Ungewöhnliche: Die Grünen-Politikerin reiste per regulärem Linienflug - eine Premiere. Allerdings will sie den exklusiven Regierungs-Airbus, der ihr für solche Reisen zur Verfügung steht, dem Klimaschutz zuliebe öfters einmal stehen lassen.

Die Grüne Baerbock will „den CO2-Ausstoß bei solchen Auslandsreisen möglichst gering halten“, heißt es aus dem Auswärtigen Amt. Deswegen wird die Ministerin in Zukunft bei ihren zahlreichen Reisen reguläre Linienflüge nutzen, „wo immer das aus terminlichen und logistischen Erwägungen machbar ist“.

Außenministerin Baerbock will öfter mit Linienmaschinen fliegen - wegen des Klimas

Kaum etwas symbolisiert persönliche Macht so eindrucksvoll wie der Zugriff auf ein eigenes Flugzeug: Wenn es um die Beförderung im Luftraum geht, bewegt sich das politische Spitzenpersonal der Bundesrepublik normalerweise in einer komfortablen Parallelwelt. Der eigene Flieger ist ein Statussymbol. „Ein ganzes Flugzeug nur für mich“, staunte etwa Joachim Gauck an Bord des Regierungs-Airbus, der ihn 2012 wenige Tage nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten zu seiner ersten Dienstreise nach Stockholm brachte.

Außenministerin Baerbock will nun vor jeder Reise prüfen lassen, ob sie nicht auf dieses Statussymbol verzichten kann. Die Klimabilanz der deutschen Regierungsflieger ist tatsächlich nicht gut, auch wenn die Bundesregierung für alle Dienstreisen eine CO2-Ausgleichszahlung leistet. Das Bundesverteidigungsministerium hatte 2019 einmal errechnet, dass sich der CO2-Ausstoß für die Flüge der Regierung mit der Flugbereitschaft in den vorangegangenen zwölf Monaten auf gut 40.000 Tonnen summierte - so viel wie der Ausstoß einer mittleren Stadt.

Annalena Baerbock in Madrid: Regierungsmaschine öfter stehen lassen

Verschärfend kommt hinzu, dass die Maschinen der Flugbereitschaft auf dem Flughafen Köln-Wahn stationiert sind - und immer erst rund 500 Kilometer weit nach Berlin fliegen müssen, wenn die Regierung sie dort braucht. 78 Prozent dieser so genannten Bereitstellungsflüge erfolgen ganz ohne Passagiere, wie das Verteidigungsministerium erst vor wenigen Wochen mitteilte.

Klimaschutz ist bei Baerbocks Reiseplanung freilich nur das eine, Sicherheitserfordernisse und die oft sehr dichte Terminplanung der Chef-Diplomatin sind das andere. Für längere Auslandsreisen mit komplizierterer Streckenführung werde Baerbock auch künftig auf den Regierungsflieger angewiesen sein, heißt es aus dem Auswärtigen Amt.

Als der Iberia-Airbus in Madrid landete, wartete auf dem Rollfeld bereits eine Fahrzeug-Kolonne, die Baerbock und ihre mehr als 20-köpfige Delegation in die Residenz des spanischen Außenministers brachte. Klimaschonender wäre eine Fahrt mit der U-Bahn gewesen - doch dafür fehlte der Außenministerin die Zeit. (ktho/afp)

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