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Außenpolitik

Neue Außenministerin: Baerbock gelingt diplomatischer Coup – nahezu unbemerkt

  • Jennifer Greve
    VonJennifer Greve
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Die Beziehung zwischen Marokko und Deutschland entspannt sich zusehends. Grund dafür: ein Umdenken von Außenministerin Annalena Baerbock.

Berlin/Rabat – Seit März 2021 kriselte es in der diplomatischen Beziehung zwischen Deutschland und Marokko. Im Dezember zeichnete sich nach dem deutschen Regierungswechsel Entspannung ab. Im Jahr 2022 scheint die Lage sich nun deutlich verbessert zu haben: Grund für den diplomatischen Durchbruch ist die neue Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne).

„Die Eiszeit scheint endlich beendet“, zitierte die Welt den Geschäftsführer der deutschen Auslandshandelskammer in Rabat, Andreas Wenzl. Dessen Einschätzung bezog sich auf die Beziehung zwischen der Bundesrepublik und dem marokkanischen Königreich. Probleme hatte es bereits seit März 2021 gegeben. Im Mai hatte Marokko dann seine Botschafterin in Berlin zurückgerufen, aus Verärgerung über die deutsche Außenpolitik. Der deutsche Staat habe sich wiederholt in territoriale Angelegenheit Marokkos eingemischt und unter anderem im Streit um die Westsahara gegen die höheren Interessen Marokkos gehandelt. Damals hatte das Auswärtige Amt unter Minister Heiko Maas (SPD) mitgeteilt, die Vorwürfe seien nicht nachvollziehbar.

Außenministerin Annalena Baerbock im Interview. (Archivfoto)

Annalena Baerbock möchte Beziehung zwischen Deutschland und Marokko verbessern

Baerbock jedoch leitete den Umschwung ein – und das fast unbemerkt zwischen der Ukraine-Krise, den Spannungen um Nord Stream 2 und den Problemen mit Russland und China. Ende 2021 begrüßte das marokkanische Außenministerium dann allerdings „positive Äußerungen und konstruktive Haltungen“. Das meldete die marokkanische Nachrichtenagentur MAP.

Zuvor hatte das Auswärtige Amt unter der neuen Außenministerin Baerbock Marokko als „ein wichtiges Bindeglied zwischen Nord und Süd“ gewürdigt. Darüber hinaus wurde auch die Rolle Marokkos als zentraler Partner der EU und Deutschlands in Nordafrika in dem Beitrag hervorgehoben. Das Königreich spiele außerdem eine wichtige Rolle für die Stabilität und nachhaltige Entwicklung in der Region. Das Außenministerium in Berlin hatte etwa zur gleichen Zeit sein Bedauern über die Krise zwischen den beiden Ländern ausgedrückt, erklärte die marokkanische Nachrichtenseite Hespress.

NameAnnalena Charlotte Alma Baerbock
PositionBundesministerin des Auswärtigen (seit 12.2021)
Geburtsdatum/-ort15.12.1980 in Hannover (Deutschland)
ParteiBündnis 90/Die Grünen

Auch Wetzl betonte gegenüber der Welt, dass Marokko „ein Schlüsselpartner zur Erschließung von grünem Wasserstoff“ ist. Neben positivem Zuspruch beharrte die Bundesregierung in seinem Schreiben vom 13.12.2021 aber auf ihre Haltung in Fragen des Westsahara-Streits - diese sei seit „Jahrzehnten unverändert“. Die Meldung erfolgte nur wenige Tage nach dem Regierungswechsel und somit nach Baerbocks Start als Außenministerin.

Außenpolitik neu aufgestellt: Deutschland nähert sich Marokko wieder an

Die Signale, die eine Entspannung zwischen Deutschland und Marokko versprechen, begrüßte die Bundesregierung. Die diplomatischen Kräfte in Rabat und Berlin sollten so schnell wie möglich zu ihren „üblichen, professionellen Kommunikationskanälen“ zurückkehren. Das teilte das Auswärtige Amt mit.

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Donald Trump sprach 2020 davon, die Souveränität von Marokko über die Westsahara anzuerkennen. Der damalige Präsident der USA wurde für diese Haltung scharf von der deutschen Bundesregierung und der ehemaligen Kanzlerin Angela Merkel kritisiert. Das Auswärtige Amt unter Annalena Baerbock hält eine solche einseitige Anerkennung und Marokkos Anspruch auf die Westsahara weiterhin für problematisch, ist aber bereit, die Beziehung zwischen den beiden Ländern zu verbessern. (jey/dpa)

Rubriklistenbild: © Thomas Imo/photothek.net via www.imago-images.de

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