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Annäherung zwischen Türkei und Syrien: Sorge um oppositionelle Kräfte wächst

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Von: Erkan Pehlivan

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Türkischer Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat sich mit seinem syrischen Amtskollegen unterhalten
Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu. © Adem Altan/AFP

Eine Einigung würde vor allem die Kurden sowie die Syrisch Demokratischen Kräfte (SDF) in Nordsyrien (Rojava) schwächen.

Ankara – Die Regierungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und des syrischen Machthabers Bashar Al-Assad nähern sich einander offenbar an. Zumindest hat dies der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Donnerstag (11. August) bei einem Treffen mit den Botschaftern in seinem Land gesagt. „Ich habe mich bei einer Konferenz in Belgrad mit dem syrischen Außenminister unterhalten“, so Cavusoglu.

Bei seiner Rede kritisierte der türkische Chefdiplomat die Kurd:innen in Syrien. „Das Ziel der YPG ist das Spalten Syriens. Damit das Land nicht auseinanderfällt, braucht es eine starke Regierung in Syrien“, ergänzte Cavusoglu. Das Land müsse von Terroristen gesäubert werden. „Auf der anderen Seite muss es einen Frieden zwischen den oppositionellen Syrern und dem Regime geben. Ich habe gesagt, dass die Türkei das unterstützen könne“, ergänzte der Außenminister.

Proteste gegen Annäherung zwischen Türkei und Assad-Regime in Syrien

In von der Türkei und pro-türkisch kontrollierten Gebieten kam es wegen der Annäherung zwischen der türkischen und syrischen Regierung zu Protesten. Nach dem Freitagsgebet versammelten sich in Azaz und Al-Bab zahlreiche Demonstrant:innen und protestierten gegen die türkische Regierung. Auf Twitter tauchten Videos auf, in den Demonstrierende türkische Militärfahrzeuge mit Steinen bewerfen und türkischen Flaggen anzünden.

Türkei: Experte fürchtet Schwächung von Alternative zu Assad

Eine Einigung würde vor allem die Kurd:innen sowie die Syrisch Demokratischen Kräfte (SDF) in Nordsyrien (Rojava) schwächen, fürchtet der Nahost-Referent der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Kamal Sido. „Die SDF könnte eine Alternative zu Assad sein, weil es die einzig verbleibende demokratische Kraft in dem Land ist“, sagt Sido im Gespräch mit fr.de von IPPEN.MEDIA. Das aber würde vor allem den Iran und iranische Kräfte in dem Bürgerkriegsland stärken. 

Sido macht sich vor allem Sorgen um Journalist:innen und Zivilrechtsorganisationen in den von der SDF kontrollierten Gebieten. „Diese Journalisten und Organisationen kritisieren immer wieder die Regierung von Assad und decken seine Verbrechen auf. Das Regime würde diese Menschen sofort festnehmen und sehr wahrscheinlich verschwinden lassen“, so Sido. (Erkan Pehlivan)

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