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Unterstützer des Präsidenten Laurent Gbagbo neben Panzern.
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Unterstützer des Präsidenten Laurent Gbagbo neben Panzern.

Elfenbeinküste

Angriff auf Kandidat der Opposition

  • Johannes Dieterich
    VonJohannes Dieterich
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Auch nach der Präsidentenstichwahl kommt der westafrikanische Staat Elfenbeinküste nicht zur Ruhe. Der Oppositionskandidat Outtara wurde laut BBC in der Nacht zum Donnerstag angegriffen. Die Wahlergebnisse werden immer noch zurückgehalten.

Bei dem Angriff auf Alassana Ouattara seien nach unbestätigten Berichten mehrere Menschen getötet worden, berichtete der britische Sender BBC. Die Wahlkommission hätte bis Mittwochmitternacht erklären müssen, ob Präsident Laurent Gbagbo oder Ouattara die Stichwahl vom Sonntag gewonnen hat. Die Regierung verlängerte die Ausgangssperre bis Sonntag.

Die Präsidentschaftswahl vom Sonntag war zuvor fünf Mal verschoben worden. Laut Verfassung müssen die Ergebnisse spätestens 72 Stunden nach Schließung der Wahllokale veröffentlicht werden. Das ist immer noch nicht geschehen.

Bereits in der Nacht zum Mittwoch wollte der Sprecher der Wahlkommission die ersten vorläufigen Ergebnisse bekanntgeben, wurde daran jedoch von einem dem amtierenden Präsidenten Laurent Gbagbo nahestehenden Mitglied des Gremiums gehindert. Damana Adia Pickass zerriss die Notizen des Sprechers mit den Worten: „Wir haben diese Ergebnisse nicht autorisiert.“ Anschließend scheuchten Polizisten die Journalisten aus dem Gebäude und sperrten die Kommissionszentrale ab.

Soldaten auf den Straßen

Inzwischen patrouillieren zahllose Soldaten in den Straßen der ivorischen Wirtschaftsmetropole Abidjan. Uniformierte sind auch vor der Rundfunkanstalt des Landes aufmarschiert. Aus Angst vor Unruhen blieben die meisten Geschäfte geschlossen.

Anhänger des Oppositionskandidaten Ouattara warfen dem Lager Gbagbos einen Putschversuch vor. Weil der seit zehn Jahren amtierende Präsident bei den Stichwahlen abgehängt worden sei, suche er nun „die Macht an sich zu reißen“, sagte der Wahlkampfchef der Opposition, Albert Mabri Toikeusse. Auf diese Weise werde das Land „erneut ins Chaos gestürzt“.

Gbagbos Wahlkampfteam rechtfertigte sich mit dem Vorwurf, in den ausgezählten drei Regionen im Norden sei es zu erheblichen Unregelmäßigkeiten gekommen. „Die Ergebnisse von dort sind vollkommen falsch, sie sind vollgestopften Wahlurnen und manipulierten Listen zu verdanken“, sagte Gbagbos Wahlkampfchef Pascal Affi N’Guessan.

Zuvor hatten sowohl die UN-Mission wie die EU-Beobachter die Stichwahl vom Sonntag als weitgehend korrekt bezeichnet. Die Abstimmung sei „noch besser als der erste Wahlgang“ organisiert gewesen, hieß es. Gewalttaten blieben bislang weitgehend aus. Bei vereinzelten Zwischenfällen sind im Verlauf der vergangenen Woche allerdings mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen.

Dass es gefährliche Spannungen geben könnte, war schon zuvor befürchtet worden. Schließlich tritt der Kandidat des muslimischen Nordens – der 68-jährige ehemalige Weltwährungsfonds-Direktor Ouattara – gegen den aus dem christlichen Süden stammenden ehemaligen Geschichtslehrer Gbagbo an; dieser verfolgt eine streng nationalistische Politik. Im ersten Wahlgang hatte Gbagbo 38 und Ouattara 32 Prozent der Stimmen bekommen.

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