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Staatsbesuch in Großbritannien

Corona: Merkel fährt Johnson wegen EM 2021 in die Parade

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Beim Treffen der Kanzlerin mit Boris Johnson geht es zuerst um die Corona-Reisebeschränkungen. Doch auch die Fußball-EM wird zum Thema.

+++ 16.25 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel zeigt sich besorgt. Grund ist die geplante Austragung der Halbfinalspiele und des Finales der EM 2021 im Londoner Wembley-Stadion vor 45.000 beziehungsweise 60.000 Zuschauern. Bei einem Treffen mit dem britischen Premierminister Boris Johnson auf dessen Landsitz in Chequers bei London verwies sie darauf, dass bei den Spielen in München deutlich weniger Zuschauer zugelassen worden seien. „Die britische Regierung wird ihre Entscheidungen treffen. Aber ich bin sorgenvoll und skeptisch, ob das gut ist und nicht ein bisschen viel.“

Johnson wies auf die weit fortgeschrittene Corona-Impfkampagne in Großbritannien hin. „Der entscheidende Punkt ist, dass wir hier im Vereinigten Königreich eine beträchtliche Mauer aufgebaut haben durch das Impfprogramm“, sagte er. Großbritannien hat derzeit die höchste Zahl an Corona-Neuinfektionen in Europa und ist von Deutschland als einziges europäisches Land neben Portugal als Virusvariantengebiet eingestuft. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 216.

Dennoch versprach Merkel dem Premier, die strikten Einreisebeschränkungen für Großbritannien wegen der Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus bald zu lockern. Sie gehe davon aus, dass das Land „in wirklich absehbarer Zeit“ vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet heruntergestuft wird, sagte sie.

Bundeskanzlerin Merkel ist zu Besuch bei Boris Johnson in Großbritannien.

Angela Merkel auf Abschiedstour: Zu Besuch bei der Queen und Boris Johnson

Erstmeldung vom Freitag, 02.07.2021: London - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht am Freitag (02.07.2021) Großbritannien. Zunächst ist ein Treffen mit dem britischen Premierminister Boris Johnson auf dessen Landsitz in Chequers nordwestlich von London geplant. Bei dem Gespräch soll es unter anderem um die deutsch-britischen Beziehungen und die globale Antwort auf die Corona-Pandemie gehen.

Deutschland hatte Großbritannien jüngst als „Virusvariantenregion“ ausgewiesen, was bedeutet, dass jeder, der aus Großbritannien nach Deutschland reist, bei seiner Ankunft zwei Wochen in Quarantäne gehen muss – mit Ausnahme derjenigen, die sich auf der Durchreise befinden. Seit März müssen alle Reisenden, die von Großbritannien nach Deutschland fliegen, vor Abflug bei ihrer Airline einen negativen Covid-19-Test vorlegen.

Angela Merkel und Boris Johnson beim G7-Gipfel in Cornwall.

Boris Johnson fordert Reisefreiheit für die Briten

Die britische Regierung drängt jedoch auf mehr Reisefreiheit für die Briten. Das Treffen mit Boris Johnson findet statt, nachdem der britische Premierminister am Donnerstag gefordert hatte, dass doppelt Geimpfte die Möglichkeit erhalten sollten, ohne Beschränkungen ins Ausland zu reisen.  Merkel setzte sich bislang für eine europaweite Regelung ein, scheiterte damit aber. Inzwischen gibt es Anzeichen, dass Deutschland die Einstufung Großbritanniens auch bald wieder zurücknehmen könnte - die Ausbreitung der Delta-Variante schreitet auch in der Bundesrepublik immer weiter voran. Abschottung macht daher immer weniger Sinn.

In Quarantäne müssen die Kanzlerin und ihre Delegation übrigens bei ihrer Rückkehr nicht: Die deutsche Coronavirus-Einreise-Verordnung sieht eine Ausnahme für Personen vor, die „als Teil von offiziellen Delegationen über das Regierungsterminal des Flughafens Berlin Brandenburg (...) nach Deutschland zurückreisen und sich weniger als 72 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben“. 

Angela Merkel und Boris Johnson: Einigkeit beim Klimaschutz

Weitere Themen beim Treffen der Regierungschefs dürften die Außen- und Sicherheitspolitik, der weiterhin wunde Punkt Nordirland und der Klimawandel sein. Als Gastgeber der UN-Klimakonferenz COP26 im November im schottischen Glasgow ist Johnson bemüht, als treibende Kraft hinter den Bemühungen zum Klimaschutz dazustehen. Mit Angela Merkel dürfte er sich damit weitgehend einig sein.

Später dann wird Angela Merkel von Queen Elizabeth II. auf dem rund 40 Kilometer von London entfernten Schloss Windsor empfangen. Die beiden Frauen hatten sich zuletzt Mitte Juni am Rande des G7-Gipfels im südwestenglischen Cornwall getroffen. Für Merkel, die nach 16 Jahren ihr Amt im September abgibt, ist es voraussichtlich der letzte Besuch als Bundeskanzlerin in Großbritannien.  Zur bevorstehenden Bundestagswahl 2021 im Herbst tritt sie nicht wieder an. (Stefan Krieger mit Agenturen)
 

Rubriklistenbild: © Stefan Rousseau/dpa

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