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Kanzlerin im Eltern-Gespräch

Angela Merkel verspricht Nachbesserung bei Corona-Hilfe - muss aber einen Fehler eingestehen

  • Katja Thorwarth
    vonKatja Thorwarth
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Angela Merkel verspricht im Gespräch mit Eltern über den Lockdown, die Corona-Hilfen zu verbessern. Allerdings muss sie auch einen schweren Fehler eingestehen.

  • Auch wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen* sinkt, ist ein Ende des Lockdowns bislang nicht absehbar.
  • Besonders Kinder und Jugendliche leiden unter der Schließung ihrer Einrichtungen.
  • Welche Probleme Eltern in Zeiten von Corona* haben, darüber informiert sich Kanzlerin Angela Merkel.

+++ 12.00 Uhr: Fazit: Die meisten Eltern formulieren ähnliche Probleme: die des Homeschooling, der finanziellen Einbußen, die der Bildungsdefizite, der sozialen Isolation. Insbesondere die Organisation der vielen verschiedenen Rollen wird als belastend und kaum mehr stemmbar gelebt. Eine allgemeine Forderung ist die Öffnung der Bildungseinrichtungen mit Konzept ebenso wie bessere Bildungsmöglichkeiten und den Ausgleich für vorhandene Defizite.

Kanzlerin Merkel hat auf einige Fragen, wie sie ehrlich eingestand, keine Antwort gehabt. Häufig war sie in der Defensive und musste sich darauf verlegen, die aktuell existierenden Corona-Maßnahmen zu rechtfertigen und zu erklären. Stets betonte sie die Besonderheit der „belastenden Situation“, hörte auch den einzelnen Menschen aufmerksam zu. Sie spulte also nicht immer nur vorgefertigte Phrasen ab, sondern bemühte sich an manchen Stellen, praktische Lösungsansätze zu finden. Einige Punkte, so sagte sie, wolle sie „mitnehmen“. Konkret die Problematik mit den einmaligen 150 Euro für Alleinerziehende und die Tatsache, dass Jugendliche bereits ab 13 Jahren aus staatlichen Maßnahmen herausfallen. Wir sollten sie beim Wort nehmen.

Kanzlerin Merkel in Gespräch mit Eltern.

+++ 11.30 Uhr: Eine weitere alleinerziehende Mutter betont die Belastung der Alleinverdienenden. Für ihre zwei Kinder würde sie auf eine „Kettenbetreuung“ zurückgreifen. Ihr 13-jähriges Kind würde außerdem aus vielen Maßnahmen heraus fallen und war sich entsprechend häufig selbst überlassen. „Er wird in die Position gebracht, als sei er ein Erwachsener.“ Das Problem mit der Grenze „12tes Lebensjahr“ will Merkel aufnehmen.

Eine weitere Mutter erzählt vom Problem ihres Sohnes, der in einer Abschlussklasse in den Präsenzunterricht darf. Damit sei er jedoch ein Gesundheitsrisiko für die Großeltern, die mit im Haus leben. „Haben Sie schon einen Impftermin?“, fragt Merkel. „Nein, wir hatten noch keine Kraft für die Warteschleife.“ Weiter fragt die Kanzlerin, was man als Hilfen anbieten könnte. „Würde es helfen, in den Ferien Läden aufzumachen?“ „So schnell wie möglich die Schulen aufmachen - möglichst kleine Klassen“, ist die Antwort.

+++ 11.20 Uhr: Ein Vater von vier Kindern spricht von fehlendem Tablet für sein 14-jähriges Kind, eine alleinerziehende Mutter belastet das Homeschooling. „Wir sind in unserer Minifamilie am Limit“. Die derzeitige Schule in Hessen sei eine Verwahranstalt, Unterricht finde nicht statt. Merkel: „Das Drama wird sich schrittweise normalisieren. ... ich möchte aber nicht die Schulen jetzt aufmachen - und dann wieder zumachen. Da sage ich: Lieber noch drei Tage länger.“

Corona-Krise: Kanzlerin Merkel im Live-Talk mit Eltern.

Angela Merkel im Gespräch: Probleme für Geflüchtete werden in Corona-Zeiten noch sichtbarer

+++ 11.10 Uhr: Eine Frau, einst aus dem Libanon geflüchtet, ist Mutter von vier Kindern und spricht zunächst über ihre vielfältige Tätigkeit und ihren Kontakt zu Flüchtlingsfrauen: „Es waren immer Probleme da, noch nie war das so sichtbar, wie in Corona-Zeiten“. Die Familien könnten ihre Kinder in der Bildung nicht mehr unterstützen, die Kinder bekämen keine Unterstützung mehr, weil die Eltern von vielen „Migrantenfamilien“ das nicht leisten könnten. Viele könnten die Sprache nicht, die geflüchteten Frauen seien schon unter Stress und Traumata gekommen. Sie seien überfordert.

Merkel bietet konstruktiv Hilfe an. Ob Videos in Muttersprache kurzfristig helfen würden. Auch, aber die Schulen müssten offen sein für Beratung und Hilfe. „Gibt es denn Anlaufstellen?“ Die Kanzlerin ruft zur Hilfe konkret für Beratungsstellen in Wattenscheid auf.

Angela Merkel im Gespräch: Kanzlerin hört Eltern zu

+++ 11.00 Uhr: Dann spricht der Vater von fünf Kindern über die Sorgen einer kinderreichen Familie. Er betont: „In der Krise ist die Familie da - der Staat ist jedoch nicht mehr da.“ Er plädiert für einen besseren Zustand nach der Krise bezüglich des Verhältnisses zwischen Familie und Staat. Kanzlerin Merkel gibt zu, dass man „nicht richtig vorbereitet“ gewesen sei. Allerdings könne kein Staat ersetzen, was in der Familie gelebt wird. „Es wäre schön, wenn wir ... für Strukturen ... in der Gesellschaft mehr Hochachtung haben.“

+++ 10.55 Uhr: Als Nächstes spricht ein verwitweter alleinerziehender Vater, der seiner Vorrednerin recht gibt. Er betont die Not vieler Menschen, die mit 150 Euro nicht gelindert würde. Auch habe er als Arbeitnehmer im ersten Lockdown große Probleme gehabt. Sowieso hätten viele Angestellten, deren die Einnahmen wegbrechen, Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Merkel verweist auf staatliche Hilfen und den erleichterten Zugang zur Grundversorgung, aber die Situation sei natürlich schwierig, „ganz klar“.

Homeschooling sei ein weiteres Problem. Er plädiert fürs „Vorsteuern“, da eine Organisation mit kleinen Klassen wegen Personalmangels nicht möglich gewesen sei. Merkel: Da müsse langfirstig in vielen Berufsgruppen nachjustiert werden.

Merkel: „Ich kann Ihnen keine richtigen Antworten geben“

+++ 10.40 Uhr: E. V., eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern aus Rheinland-Pfalz, spricht von „voller härte“ im ersten Lockdown. Die Juristin sprach von Homeschooling, Homeoffice, Erziehung, Haushalt und von Stigmatisierung, weil sie ihre zwei Kinder, zwei Jahre und im Grundschulalter, auch zum Einkaufen mit sich nehmen musste. sie spricht von „sozialer Isolation“. Die Kinder unter zwölf würden die Hauptlast tragen.

Merkel fordert zunächst Verständnis ein für die Situation, und vorneweg: „Es ist eine außergewöhnliche Zeit.... Wir wollen sie alle überwinden.“ Aber: „Ich kann Ihnen jetzt da auch keine richtigen Antworten geben“. Sie spricht aber auch vom „Licht am ende des Tunnels“, aber zuerst würden die Kitas und Schulen geöffnet.

Weiter geht es um die 150 Euro einmalig für Eltern, die hälftig nur 75 Euro bei Alleinerziehenden bedeuten. Dafür seien nicht einmal die Masken zu finanzieren. Hier will Merkel möglicherweise nachjustieren.

+++ 10.30 Uhr: Die Menschen, deren Fragen sich Angela Merkel stellt, stammen aus Familien unterschiedlicher Konstellationen und Bundesländer. Unter anderem die Diakonie hatte die Mütter und Väter für den Dialog ausgewählt.

Berlin - „Wie erleben Eltern von Kindern im Kita- und Schulalter die Monate der Pandemie? Was ist für sie besonders herausfordernd?“ Diesem Thema widmet sich Bundeskanzlerin Angela Merkel* (CDU) am Donnerstag (04.02.2021) live im Internet. Sie spricht mit Eltern über deren Situation in der Corona-Pandemie und will sich insbesondere den Fragen von Müttern und Vätern mit Kindern im Kita- und Schulalter stellen.

Corona-Lockdown: Kanzlerin Merkel spricht mit betroffenen Eltern

Am Wochenende hatte Angela Merkel in ihrem wöchentlichen Video-Podcast an die besonderen Belastungen von Familien in der Corona-Krise* erinnert und von einem „gewaltigen Kraftakt“ gesprochen. Die Pandemie habe den Alltag von etwa 8,2 Millionen Eltern minderjähriger Kinder und Jugendlicher gravierend verändert. Daher dürfte ein zentrales Thema des digitalen Austauschs die Belastungen für Familien durch die Schulschließungen im derzeitigen Corona-Lockdown sein.

Kanzlerin Merkel stellt sich den Fragen der Eltern.

Noch am vergangenen Dienstag (02.02.2021) hatte Angela Merkel den Menschen in Deutschland jedoch wenig Hoffnung auf ein baldiges Ende des Lockdowns gemacht. Vielmehr hatte sie zum Durchhalten aufgerufen und darauf verwiesen, dass der „eingeschlagene Weg“ wohl noch eine Weile gegangen werden müsse.

Noch weitere Kanzlerin-Gespräche in Corona-Zeiten geplant

Die Bundeskanzlerin hatte sich bereits im vergangenen Jahr in ähnlichen Runden den Fragen der Bürger aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen gestellt. Geplant sind in diesem Jahr noch Veranstaltungen mit Mitarbeiter:inn von Hilfs- und Krisentelefonen, Kunst- und Kulturschaffenden sowie Beschäftigten bei ehrenamtlichen Hilfsorganisationen. (ktho/afp)

Rubriklistenbild: © Screenshot/buergerdialog

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