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Abu Bakr Al-Bagdadi, Anführer der IS-Terrormiliz, galt als weltweit gefährlichster Dschihadist.

Terrormiliz

Anführer des IS Al-Bagdadi in Syrien offenbar tot

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Unter Abu Bakr al-Bagdadi stieg der Islamische Staat zur weltweit mächtigsten Terrormiliz auf. Nun verkündet US-Präsident Trump,Al-Bagdadi sei bei einer US-Operation „wie ein Hund“ gestorben.

Er galt als weltweit gefährlichster Dschihadist: Abu Bakr Al-Bagdadi, der Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Am frühen Sonntagmorgen wurde Al-Bagdadi bei einem Militäreinsatz in der letzten von Islamisten beherrschten syrischen Hochburg Idlib getötet, wie US-Präsident Donald Trump am Nachmittag bei einer Ansprache in Washington bekanntgab. Tests hätten inzwischen bestätigt, dass es sich bei dem Toten um den IS-Chef handle. Außerdem sei bei der Operation eine große Zahl von IS-Kämpfern umgekommen. Verluste unter den US-Soldaten habe es nicht gegeben. Laut Schilderung des US-Präsidenten waren acht US-Hubschrauber an dem Ort gelandet, wo sich Al-Bagdadi aufhielt. Der IS-Chef sei daraufhin in einen Tunnel geflüchtet, wobei er drei seiner kleinen Kinder mit sich gezerrt habe. Dann habe er eine Sprengstoffweste gezündet und damit sich selbst und die Kinder getötet. Die US-Soldaten hielten sich laut Trump etwa zwei Stunden in dem Anwesen auf. Dabei hätten sie wichtiges Material gefunden, darunter Unterlagen über die Zukunftspläne des IS.

Al-Bagdadi war schon mehrfach für tot erklärt worden, doch diesmal bestätigten außer dem US-Präsidenten weitere Quellen sein Ableben, darunter die bis vor Kurzem mit den USA gegen den IS verbündeten kurdisch dominierten Syrisch-Demokratischen Kräfte (SDF), die derzeit von der Türkei in Nordsyrien attackiert werden. Nachdem US-Medien die Operation gemeldet hatten, begrüßte der SDF-Kommandeur Maslum Abdi am Sonntagvormittag auf Twitter den „gelungenen historischen Einsatz“, der auf eine „gemeinsame Geheimdienst-Arbeit“ der SDF mit den USA zurückgehe. Laut dem „Wall Street Journal“ wurde die genaue Position Al-Bagdadis vom irakischen Geheimdienst ermittelt und an die Amerikaner weitergegeben.

Der führende SDF-Berater Can Polat twitterte, dass Bagdadi sich im 3000-Seelen-Dorf Barischa in der syrischen Provinz Idlib, nur fünf Kilometer vor der türkischen Grenze, versteckt habe. Fünf Monate lang sei der Zugriff gemeinsam mit den USA vorbereitet worden, „bis wir eine gemeinsame Operation zur Tötung von Al-Bagdadi erreicht haben“. Die Kurdenmiliz YPG hatte bereits im März erklärt, dass es Bagdadi während der heftigen Kämpfe in Ostsyrien gelungen sei, aus der Provinz Deir as-Sour nach Idlib zu entkommen. Nach kurdischen Angaben befindet sich im Dorf Barischa das Hauptquartier der islamistischen Miliz Huras al-Din, einer Ausgründung des Al-Kaida-Ablegers Hayet Tahrir al-Sham, die in Idlib das Sagen hat. Die Rebellenmilizen in Idlib stehen unter dem Schutz der Türkei, die dort 12 Beobachtungsposten unterhält, unter anderem einen Posten nahe Barischa.

Seit Jahren wurde über den Aufenthaltsort Al-Bagdadis gerätselt, auf dessen Kopf die USA eine Prämie von 25 Millionen Dollar (22,5 Millionen Euro) ausgesetzt hatten. Äußerst selten wandte sich der 48-Jährige in Audio- und Videobotschaften an seine Anhänger – der Aufnahmeort blieb geheim. Auch nach dem Fall des IS-Kalifats im März dieses Jahres rief Al-Bagdadi seine Anhänger zur Fortsetzung des dschihadistischen Kampfes auf. Seit der türkischen Invasion im kurdisch geprägten Nordsyrien am 9. Oktober steigen die Befürchtungen, dass es zu einer Rückkehr des IS kommen könne, da nach US-Angaben bereits mindestens hundert gesuchte IS-Kämpfer aus kurdischen Gefängnissen entkommen konnten.

Die neuerliche Zusammenarbeit der USA und ihres früheren Verbündeten SDF wirft Fragen darüber auf, warum US-Präsident Trump Anfang Oktober den Rückzug der US-Truppen aus dem kurdisch kontrollierten Nordsyrien erklärte und der Türkei damit grünes Licht für den Angriff auf das SDF-Gebiet erteilte. Offenbar herrschte im Pentagon vor dem Einsatz gegen Al-Bagdadi ein gewisses Misstrauen gegenüber dem Nato-Partner Türkei, der mit dschihadistischen Milizen in Syrien kooperiert. Wie das „Wall Street Journal“ berichtete, wurde Ankara erst zwei Tage vorher von dem geplanten Einsatz unterrichtet. Die US-Spezialkräfte kamen nach Angaben von Militärexperten zudem nicht von der Nato-Basis im türkischen Incirlik, sondern aus dem nordirakischen Erbil und der westirakischen Al-Asad-Luftwaffenbasis. (mit dpa)

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