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„Erbärmlicher Loser“: Ukraine-Botschafter Melnyk attackiert Ex-Merkel-Berater

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Von: Tobias Utz

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Andrij Melnyk
Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine in Deutschland, im Bundestag. © Kay Nietfeld/dpa

Erneut empört sich Botschafter Melnyk über Aussagen im Ukraine-Krieg. Dieses Mal trifft es einen ehemaligen Berater von Angela Merkel.

Berlin – Andrij Melnyk, ukrainischer Botschafter in Deutschland, steht seit Beginn der russischen Invasion im Fokus der Öffentlichkeit. Nahezu täglich kritisiert der 46-jährige Diplomat das Vorgehen Deutschland und der Nato im Ukraine-Konflikt. Teil seiner Kritik sind beispielsweise ausbleibende Waffenlieferungen oder fehlende Härte gegenüber Russland in Verhandlungen.

Neuestes Beispiel: Melnyk hat Erich Vad, ehemaliger Berater von Angela Merkel und Bundeswehrgeneral a.D., auf Twitter attackiert. Vad sei ein „erbärmlicher Loser“, der „vom Krieg keine Ahnung“ habe. Es bedrücke ihn, dass Personen wie Vad sich dazu äußern würden, so Melnyk: „Das ist nicht in Ordnung.“ Melnyk bezog sich dabei auf Vads Auftritt bei Maybrit Illner am Donnerstagabend. Vad hatte im ARD-Talk erklärt, dass ihn wiederum der Umgang der Ukraine mit Deutschland bedrücke. Teil davon sei insbesondere das Verhalten des Botschafters: Andrij Melnyk.

Ukraine-Krieg: Vad und Melnyk in der Kritik

Vad stand zuletzt – ähnlich wie Melnyk – ebenfalls in der Kritik. Der 65-Jährige hatte im Fall von Waffenlieferungen an die Ukraine den Beginn eines dritten Weltkrieges prognostiziert. Daraufhin wurde dem Bundeswehrgeneral a.D. vorgeworfen, sich nicht ausreichend gegen Russland im Ukraine-Krieg zu positionieren. Auch bei Maybrit Illner äußerte er sich dahingehend – und stellte sich beim Thema Waffenlieferungen auf die Seite von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). „Jetzt Kampfpanzer zu liefern, wäre militärisch unsinnig, weil wir Techniker mitschicken müssten und keine Zeit zur Ausbildung haben. Diese Panzer würden die Ostukraine außerdem nie erreichen. Das würde Russland niemals zulassen“, sagte Vad.

Der 65-Jährige redete sich bei diesem Thema regelrecht in Rage: „Mich stört es, wenn deutsche Politiker von den Grünen, militärische Lösungen als ultimatives Ziel darstellen. Das ist doch verrückt. Das sind Politiker, die mit dem Militär nichts zu tun haben, die den Wehrdienst verweigert haben. Wir müssen am Ende in einen wie immer gearteten Waffenstillstand kommen.“

Bereits bevor Melnyk seine Kritik auf Twitter äußern konnte, empörte sich Marina Weisband, Mitglied der Grünen und Autorin, im ARD-Talk darüber. „Herr Vad hat gesagt, dass die Ukraine den Krieg nicht gewinnen darf. In der Ukraine wurden Zivilisten ermordet, Frauen werden vergewaltigt. Ein Sieg der Ukraine bedeutet, dass sich die russische Armee hinter die Grenzen zurückzieht. Darf das nicht unser Ziel sein?“ Zum Hintergrund: Weisband wurde in Kiew geboren, ihre Familie befindet sich teilweise noch vor Ort.

Ukrainischer Botschafter

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Sigmar Gabriel, ebenfalls zu Gast bei Maybrit Illner, argumentierte wie Vad – und gegen einen „deutschen Alleingang“, wie es Kanzler Scholz schließlich am Freitag ausdrückte: „Wenn die Grünen und die FDP nicht zufrieden mit den Entscheidungen im Bundessicherheitsrat, dann müssen sie dort eine andere Entscheidung herbeiführen. Es wird so getan, als wäre das eine Einzelentscheidung der SPD. Das ist Unsinn“, sagte Gabriel. Auch der ehemalige Außenminister war zuletzt mit Melnyk aneinandergeraten.

(tu)

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