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„Hat Beruf verfehlt“: SPD-Chefin Esken attackiert Melnyk

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Von: Oliver Schmitz

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Nach seinem Abschied als Ukraine-Botschafter hat Saskia Esken gegen Andrij Melnyk nachgetreten. Der antwortet prompt mit einer scharfen SPD-Kritik.

Berlin – Andrij Melnyk ist nicht gerade als Mann der Zurückhaltung bekannt. Als Botschafter der Ukraine eckte er regelmäßig an. Vor allem die SPD kritisierte Melnyk wegen ihrer vergangenen Russland-Politik immer wieder. So kommt es, dass Parteivorsitzende Saskia Esken zum Abschied nicht nur freundliche Worte für ihn übrig hat.

„Also Herr Melnyk, das muss man sagen, hat vielleicht den Beruf verfehlt. Er ist ja hier im diplomatischen Dienst tätig gewesen und Diplomatie war nicht sein Thema“, sagte die SPD-Chefin im ZDF-„heute journal“ am Montag (24. Oktober). Am Dienstagmorgen (25. Oktober) folgte prompt die Antwort Melnyks. „Hallihallo Saskia Esken aus Kyjiw unter russischem Raketenbeschuss. Nicht ich habe den Beruf verfehlt. [...] Das war IHRE Partei SPD, die es verfehlte, diese barbarische Aggression Russlands zu verhindern“, schrieb der Ex-Ukraine-Botschafter auf Twitter.

Esken tritt gegen Ex-Ukraine-Botschafter Melnyk nach – der antwortet mit SPD-Rundumschlag

Bereits in der Vergangenheit war ein Streit zwischen Melnyk und der SPD-Vorsitzenden Esken eskaliert. Anschließend gab es zur Schlichtung sogar ein Treffen zwischen den beiden. Mittlerweile befindet sich Melnyk aber nicht mehr in Berlin, da er als von der Regierung um Wolodymyr Selenskyj abberufen wurde. Der neue Ukraine-Botschafter ist jetzt Oleksii Makeiev.

Ex-Ukraine-Botschafter Melnyk bekommt Unterstützung nach Esken-Kritik

Links SPD-Vorsitzende Saskia Esken und rechts der ehemaligen Ukraine-Botschafter Andrij Melnyk. (IDZRM-Montage)
SPD-Chefin Saska Esken (l.) hat für den ehemaligen Ukraine-Botschafter Andrij Melnyk (r.) nicht viel Gutes übrig. (IDZRM-Montage) © Fabian Sommer/dpa & Michael Kappeler/dpa

Die neusten Melnyk-Äußerungen von Saskia Esken stießen auf einige Kritik. „Komplett unpassend, wie Esken Menyk hier zum Abschied vors Schienbein tritt, nach allem, was Deutschland und die SPD sich in den letzten Jahren in Sachen Russland und Ukraine so geleistet haben“, twitterte unter anderem FAS-Redakteurin Livia Gerster.

Nach Abberufung als Ukraine-Botschafter: Melnyk will nicht „die Klappe halten“

Auch wenn Andrij Melnyk zukünftig nicht mehr durch seinen Beruf direkten Einfluss auf die deutsche Politik ausüben kann, will er sich zumindest kommunikativ nicht zurückhalten. Er wolle zwar seinem Nachfolger Makeiev nicht in die Quere kommen, aber als Ex-Ukraine-Botschafter nicht „die Klappe halten“.

Nach seinem letzten Arbeitstag als ukrainischer Botschafter am 14. Oktober 2022, war Melnyk nach Kiew zurückgekehrt. Dort übernimmt er einen neuen Posten im ukrainischen Außenministerium. (os)

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