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Joe Biden Könnte bei der kommenden Präsidentschaftswahl Donald Trump herauszufordern.

Sicherheitskonferenz

Das andere Amerika

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So viel Innenpolitik war in München selten.

Da stehen sie und stecken die Köpfe zusammen, die beiden wichtigen Männer des alten Amerikas. Joe Biden, Vizepräsident unter Barack Obama, und John Kerry, zeitgleich Außenminister, stehen im Hauptsaal des Bayerischen Hofs und klopfen sich auf die Schulter. Fast wirkt es, als wollten sie sich Mut zusprechen. Wird schon wieder besser, Joe. Ja, klar, John.

Samstag, zweiter Tag der Münchener Sicherheitskonferenz. Es ist der Tag, an dem in München die US-Amerikaner ihren großen Auftritt haben. Am Morgen ist es Mike Pence, der Deutschland für das Gaspipelineprojekt Nord Stream 2 kritisiert und den Führungsanspruch der USA unterstreicht. Kaum ist er wieder in seine Limousine gestiegen und abgerauscht, zeigt sich rund um den Bayerischen Hof das andere Amerika.

Joe Biden zum Beispiel. Am Nachmittag tritt Biden an das Mikro, in das Stunden zuvor Pence gesprochen hat, und verbreitet eine völlig andere Botschaft: Die USA sollten ihre Partner nicht vergessen, echte Führung funktioniere nur im Verbund. Und dann dieser Satz: „Amerika wird zurückkehren“. Es ist ein Versprechen, einerseits. Und zugleich ist es der bittere Vorwurf an die Adresse der Trump-Regierung, Amerika verliere globalen Einfluss durch die Egopolitik des Präsidenten.

Es spricht der Bürger Biden

Biden relativiert seine Sätze. Er habe „kein politisches Mandat“, sagt er, sondern spreche „als Bürger“. Aber er kokettiert auch. Ihm werden Ambitionen nachgesagt, bei der kommenden Präsidentschaftswahl Donald Trump herauszufordern. Sein Nachteil: Biden ist bereits jetzt 76 Jahre alt, würde erst mit 78 ins Weiße Haus einziehen können.

Doch was zählt, ist hier in München die Symbolik. Als Biden spricht, sitzen neben Kerry auch Madelaine Albright im Publikum, Außenministerin unter Bill Clinton, und Nancy Pelosi, Donald Trumps Gegenspielerin im Kongress. Die US-Demokraten tun in München ein wenig so, als stellten sie den Präsidenten – nicht die Republikaner. Oder positiv formuliert: Sie untermauern durch die zahlreichen Vertreter den Anspruch, dies bald wieder zu tun.

Handel soll nicht leiden

Und so ist München in diesem Jahr auch zum Spielfeld der US-Innenpolitik geworden. Auf der einen Seite die Trump-Kritiker, auf der anderen Seite die Unterstützer. Denn auch die sind zahlreich bei der Konferenz erschienen. Neben Pence untermauert Senator Lindsay Graham Trumps außenpolitischen Kurs. Und dann ist da Trumps Tochter Ivanka, die mit ihrer Anwesenheit unterstreicht, dass Präsident Trump weder in Washington noch in München mit seinem Kurs alleine steht.

Am Samstagmittag treffen beide Seiten bei einem Mittagessen aufeinander. Die Amerikanische Handelskammer in Deutschland („AmCham“) hat eingeladen, außer Ivanka Trump sind zahlreiche Kongressmitglieder anwesend. Ein gutes Zeichen geht nicht nur von dieser Veranstaltung aus: Beide Seiten eint die Erkenntnis, dass es weder in deutschem noch in US-Interesse sein kann, wenn der Handel zwischen beiden Ländern unter den angespannten diplomatischen Beziehungen leiden würde.

So viel US-Innenpolitik war selten in München bei der Sicherheitskonferenz. Dessen Veranstalter Wolfgang Ischinger dürfte es gefreut haben. Um Absagen aus Washington musste er sich in diesem Jahr keine Sorgen machen.

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