Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Fesselungsspuren am Handgelenk eines 15-jährigen Syrers.
+
Fesselungsspuren am Handgelenk eines 15-jährigen Syrers.

Syrien

Amnesty: Geflüchtete von syrischen Sicherheitskräften nach Rückkehr gefoltert

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
    schließen

Laut Amnesty International ist die Rückkehr von Geflüchteten nach Syrien lebensgefährlich. Die Menschen würden willkürlich inhaftiert und gefoltert.

Beirut - Menschen, die zunächst aus Syrien geflohen, dann jedoch entweder zurückkehren mussten oder freiwillig zurückgekehrt sind, wurden bei ihrer Ankunft misshandelt. Wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) mitteilt, seien dutzende Geflüchtete von syrischen Sicherheitskräften willkürlich in Gewahrsam genommen worden.

Ein am Dienstag (07.09.2021) veröffentlichter Bericht von AI schildert „schreckliche Übergriffe“ gegen 66 Rückkehrer:innen - darunter 13 Kinder. Die Sicherheitskräfte von Syriens Machthaber Baschar al-Assad haben die Geflüchteten demnach inhaftiert und gefoltert. Bisland seien fünf Menschen in Haft gestorben.

Amnesty warnt Geflüchtete vor einer Rückkehr nach Syrien

Laut Amnesty ist das Schicksal von 17 aus der Haft verschwundenen Menschen unklar. Dokumentiert sind durch die Menschenrechtsorganisation auch 14 Fälle von sexueller Gewalt durch Sicherheitskräfte, darunter sieben Vergewaltigungen. Unter den Opfern sind ein Teenager sowie ein fünfjähriges Mädchen.

Der AI-Bericht zitiert die syrische Frau Alaa, die zusammen mit ihrer 25-jährigen Tochter an einem Grenzübergang verhaftet wurde, als sie aus dem Libanon zurückkehrten. Fünf Tage lang wurden die beiden festgehalten. „Sie zogen meiner Tochter die Kleider aus. Sie legten ihr Handschellen an und hängten sie an die Wand. Sie schlugen sie. Sie war völlig nackt. Einer steckte seinen Penis in ihren Mund“, wird Alaa zitiert.

Rückkehrer nach Syrien werden laut Amnesty willkürlich gefoltert.

Gefoltert und vergewaltig: Auch Geflüchtete aus Deutschland unter den Opfern

Auch Geflüchtete aus Deutschland befinden sich unter den von Amnesty dokumentierten Fällen, ebenso aus Frankreich, der Türkei, Jordanien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Jede Regierung, die behauptet, Syrien sei jetzt sicher, ignoriert vorsätzlich die schreckliche Realität vor Ort“, erklärte Amnesty International und forderte die europäischen Regierungen auf, „sofort jede Praxis einzustellen, die Menschen direkt oder indirekt zur Rückkehr nach Syrien zwingt“.

Insbesondere die Regierungen von Dänemark, Schweden und der Türkei haben laut Amnesty in letzter Zeit den Druck auf die Geflüchteten erhöht, in ihre Heimat zurückzukehren. Wie AI mitteilt, argumentierten die Behörden, dass der größte Teil des Landes mittlerweile sicher sei. Amnesty erklärte hingegen, die dokumentierten Fälle belegten, „dass es in keinem Teil Syriens sicher ist, dorthin zurückzukehren.“

6,6 Millionen Geflüchtete aus Syrien

Mehr als 6,6 Millionen Syrer:innen haben seit Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2011 im Ausland Zuflucht gesucht. Die meisten Menschen flohen in Nachbarländer wie die Türkei und den Libanon. Nachdem Assads Streitkräfte dank Unterstützung aus Russland und dem Iran mittlerweile wieder große Teile des Landes unter Kontrolle haben, versucht das Regime in Damaskus, das Bild eines sicheren Syriens zu vermitteln und Geflüchtete zur Rückkehr zu bewegen. (ktho/afp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare