Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Emmanuel Macron (2. v. l.) mit seiner Frau Brigitte Trogneux und Donald Trump mit First Lady Melania Trump beim G20-Gipfel.
+
Emmanuel Macron (2. v. l.) mit seiner Frau Brigitte Trogneux und Donald Trump mit First Lady Melania Trump beim G20-Gipfel.

Donald Trump

Ein Amerikaner in Paris

  • Axel Veiel
    VonAxel Veiel
    schließen

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron empfängt US-Präsident Donald Trump am Nationalfeiertag in Paris. Hinter den Kulissen werden die beiden hart verhandeln.

Viel schöner kann es ein Amerikaner in Paris nicht haben. Die 24-stündige Visite des US-Präsidenten Donald Trump beginnt an diesem Donnerstagnachmittag mit einem Empfang im Ehrenhof des Invalidendoms. Es folgen Gespräche mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron im Elysée-Palast. Ein Dinner im Sterne-Restaurant Jules Verne in Gegenwart der Gattinnen Ivanka und Brigitte schließt sich an, bevor man sich am nächsten Morgen bei der Militärparade auf den Champs-Elysées, die den französischen Nationalfeiertag krönen wird, wiedersieht.

Nicht zuletzt das Abendessen dürfte Trump behagen. Im zweiten Stock des Eiffelturms tragen Kellner Meeresfrüchtecreme oder grünen Spargel in Trüffelschaum auf. Der Schritt ist gedämpft, das Licht ebenfalls. Und wenn sich dann draußen die Nacht über Paris senkt, weicht die weißgraue Häuserflut einem flackernden Lichtermeer.

Was nicht heißt, dass in traumhaftem Ambiente nicht handfeste Politik gemacht würde. Charmant in der Form, hart in der Sache, pflegt der Franzose mit dem Amerikaner umzugehen.

Macron will Trump für Klimaabkommen gewinnen 

Nach wie vor zeigt sich Macron überzeugt, den Abtrünnigen für die Rückkehr zum Pariser Klimaschutzabkommen gewinnen zu können. Mit der Ankündigung eines auf den 12. Dezember datierten zweiten Pariser Klimagipfels hat sich Macron auf der internationalen Bühne zugleich als wichtigster Gegenspieler des Amerikaners in Stellung gebracht. Aber auch gegen Trumps Wirtschaftsprotektionismus macht er Front. Wenig konfliktträchtig scheint allein das Thema Syrien. Ende Juni hatten beide Präsidenten „eine gemeinsame Reaktion“ angekündigt, sollte das Regime in Damaskus noch einmal Chemiewaffen einsetzen.

Fragt sich nur, ob der Franzose seinen Einfluss überschätzt – ein Risiko, das etwa die Pariser Politikwissenschaftlerin Delphine Allès kürzlich aufgezeigt hat. Wobei Frankreich als Atommacht und ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat international sicherlich Gewicht auf die Waage bringt.

Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht nur einen deutlich distanzierteren Umgang mit dem US-Präsidenten pflegt, sondern daheim auch zunehmend an der Wahlkampffront gefordert ist, dürfte Macron in den Augen Trumps zusätzlich aufwerten.

Bereits bei der ersten Begegnung hatte Macron klargestellt, dass er die Kraftprobe mit dem Amerikaner nicht scheut. Mit einem die Schmerzgrenze überschreitenden Händedruck hatte er den US-Präsidenten begrüßt. Als Trump das Pariser Klimaabkommen aufkündigte, drehte Macron dem Washingtoner Kollegen die Worte im Munde um.

Aus Trumps Wahlkampfmotto „Make America great again“ (Macht Amerika wieder großartig) machte der Franzose „Make our planet great again““ (Macht unseren Planeten wieder großartig). Auf dem von Trump so geschätzten Kurznachrichtendienst Twitter ging Macrons Variante um die Welt. Beim G20-Gipfel in Hamburg zeigte sich Macron dann freilich wieder von seiner gewinnenden Seite, suchte demonstrativ die Nähe zum Amerikaner.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare