IM WORTLAUT

"Amerika wird niemals um Erlaubnis fragen"

Auszüge aus Bushs Rede zur Lage der Nation

"Herr Parlamentspräsident, Vizepräsident Cheney, Mitglieder des Kongresses, verehrte Gäste und Mitbürger. Das Amerika des heutigen Abends ist eine Nation, die vor einer großen Verantwortung steht. Und wir erheben uns, um dieser gerecht zu werden. Während wir uns heute hier versammeln, sind hunderttausende amerikanische Soldaten und Soldatinnen auf der ganzen Welt im Krieg gegen Terror im Einsatz. Indem sie den Unterdrückten Hoffnung bringen und die Gewalttätigen ihrer gerechten Strafe zuführen, machen sie Amerika sicherer. (...) Die Amerikaner beweisen erneut, dass sie das am härtesten arbeitende Volk der Welt sind."

"Seit dem 11. September 2001 sind 28 Monate vergangen - mehr als zwei Jahre ohne einen Anschlag auf amerikanischem Boden, und es ist verführerisch anzunehmen, dass die Gefahr hinter uns liegt. Diese Hoffnung ist verständlich, beruhigend - und falsch. Das Töten ist weiter gegangen in Bali, Jakarta, Casablanca, Riad, Mombasa, Jerusalem, Istanbul und Bagdad. Die Terroristen verschwören sich weiter gegen Amerika und die zivilisierte Welt. Und mit unserem Willen und Mut wird diese Gefahr besiegt werden."

"Innerhalb der USA, wo der Krieg begann, müssen wir dem Heimatschutz und den Strafvollzugsbehörden jedes Mittel geben, das sie brauchen, um uns zu verteidigen. Eines der wichtigsten Mittel ist der Patriot Act (...). Wichtige Bestimmungen des Patriot Acts werden im kommenden Jahr auslaufen. Die Bedrohung des Terrorismus wird nicht mit diesem Zeitplan enden. Unsere Strafverfolgung braucht dieses wichtige Gesetz, um unsere Bürger zu beschützen - Sie müssen den Patriot Act verlängern."

"Amerika befindet sich im Kampf gegen die Terroristen, die diesen Krieg begonnen haben. (...) Wir verfolgen Al Qaeda auf der ganzen Welt - und fast zwei Drittel ihrer bekannten Führer sind bereits festgenommen und getötet worden. (...) Als Teil dieser Offensive gegen Terror treten wir auch den Regimes entgegen, die Terroristen Unterschlupf gewähren oder sie unterstützen und mit atomaren, chemischen oder biologischen Waffen versorgen könnten. Die USA und ihre Verbündeten sind entschlossen: Wir weigern uns, im Schatten dieser ultimativen Gefahr zu leben."

"Die ersten, die unsere Entschlossenheit zu spüren bekommen haben, waren die Taliban, die Afghanistan zum wichtigsten Ausbildungszentrum für El-Kaida-Killer gemacht haben. Von diesem Monat an hat dieses Land eine neue Verfassung, die freie Wahlen und die vollständige Beteiligung von Frauen garantiert. Die Geschäfte öffnen, Gesundheitszentren werden eingerichtet, und die afghanischen Jungen und Mädchen gehen wieder zur Schule."

"Seitdem wir uns das letzte Mal hier getroffen haben, haben die Truppen der USA, Großbritanniens, Australiens, Polens und anderer Staaten die Forderungen der Vereinten Nationen durchgesetzt, die Herrschaft von Saddam Hussein beendet - und das irakische Volk ist frei. Nach der Zerschlagung des Baath-Regimes stehen wir vor den Überbleibseln gewalttätiger Saddam-Anhänger. Diese Mörder, die von ausländischen Terroristen unterstützt werden, sind eine ernste, anhaltende Gefahr. Wir machen jedoch Fortschritte im Kampf gegen sie. Der einst allmächtige Herrscher Iraks wurde in einem Loch gefunden und sitzt jetzt in einer Gefängniszelle. Von den 55 ranghöchsten Vertretern des früheren Regimes haben wir 45 gefangen oder getötet. (...) Die Aufgabe, ein neues Irak zu bauen, ist hart, und sie ist gerecht."

"Dank der amerikanischen Führung und Entschlossenheit wandelt sich die Welt zum Besseren. Im vergangenen Monat versprach der Führer Libyens freiwillig, die gesamten Massenvernichtungswaffen seines Regimes aufzudecken und einzustellen. (...) Neun Monate intensiver Verhandlungen mit Libyen, an denen die USA und Großbritannien beteiligt waren, waren erfolgreich, während zwölf Jahre Diplomatie mit Irak es nicht waren."

"Unterschiedliche Bedrohungen erfordern unterschiedliche Strategien. Zusammen mit anderen Staaten in der Region bestehen wir darauf, dass Nordkorea sein Atomprogramm einstellt. Amerika und die internationale Gemeinschaft verlangen, dass Iran seine Verpflichtungen erfüllt und keine Atomwaffen entwickelt. Amerika ist entschlossen, die gefährlichsten Waffen der Welt von den gefährlichsten Regimes der Welt fern zu halten."

"Einige in dieser Kammer und in unserem Land haben die Befreiung Iraks nicht unterstützt. Aber seien wir ehrlich, was die Folgen davon gewesen wären, Saddam Hussein an der Macht zu lassen. (...) Hätten wir nicht gehandelt, würden die Waffenprogramme des Diktators noch am heutigen Tag weiter gehen. Hätten wir nicht gehandelt, wären die Resolutionen des Sicherheitsrats als leere Drohungen enttarnt, die Vereinten Nationen geschwächt und Diktatoren auf der ganzen Welt ermutigt worden. Für all diejenigen, die Freiheit und Frieden lieben, ist die Welt ohne Saddam Husseins Regime ein besserer und sicherer Platz."

"Einige Kritiker haben gefordert, unsere Aufgabe in Irak müsse internationalisiert werden. Diese Kritik ist schwer verständlich für unsere Partner in Großbritannien, Australien, Japan, Südkorea, auf den Philippinen, in Thailand, Italien, Spanien, Polen, Dänemark, Ungarn, Bulgarien, in der Ukraine, in Rumänien, den Niederlanden, in Norwegen, El Salvador und den 17 anderen Staaten, die Truppen nach Irak geschickt haben. (...) Amerika wird niemals um Erlaubnis dafür bitten, die Sicherheit seines Volkes zu verteidigen."

"In den vergangenen drei Jahren hat die Not auch die fundamentalen Stärken der amerikanischen Wirtschaft zum Vorschein gebracht: Wir haben die Rezession überstanden und Terroranschläge, Korruptionsskandale und die Unsicherheiten des Krieges. Und weil Sie unsere Wirtschaft mit Steuererleichterungen angeregt haben, ist diese Wirtschaft stark und wird immer stärker. Das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal 2003 war das stärkste seit fast 20 Jahren. Mit der Beschäftigung geht es bergauf. (...) Wir können das Defizit in den kommenden fünf Jahren halbieren."

"Liebe Mitbürger, wir schreiten nun voran mit Vertrauen und Zuversicht. Unsere Nation ist stark und standhaft. Die Sache, der wir dienen, ist richtig, denn sie ist Sache der gesamten Menschheit. Gott segne die Vereinigten Staaten von Amerika. Danke." (ap)

Dossier: Irak nach dem KriegDossier: Terror gegen den Westen

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