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Während der Live-Übertragung formt ein Kadett das rassistisch konnotierte OK-Symbol.

USA

US-Offiziersanwärter zeigen Handzeichen der White-Power-Bewegung beim American Football

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Beim traditionellen Spiel der Marine gegen das Heer zeigen West Point Kadetten das rassistische Handzeichen der White Bewegung. Die Militärakademie kündigt Untersuchung an.

  • White-Power-Zeichen bei American-Football-Spiel in den USA
  • Offiziersanwärter zeigen rassistische Handzeichen in Kamera
  • Donald Trump zu Besuch beim Spiel Army gegen Navy

Washington - In den USA haben Kadetten der renommierten US-Militärakademie West Point das Handzeichen der White-Power-Bewegung während einer Liveübertragung gemacht. Der Vorfall ereignete sich bei dem traditionellen American-Football-Spiel zwischen den Teilstreitkräften Heer und Marine.

Rassistisches Handzeichen bei Live-Übertragung von ESPN

Mindestens zwei Offiziersanwärter der West-Point-Akademie und ein Seeoffiziersanwärter formten mit ihren Händen während einer Live-Übertragung des US-Sport Senders ESPN ein nach unten gerichtetes Okay-Zeichen.

Die berühmte Militärakademie kündigte umgehend an, eine Untersuchung einzuleiten. Die Akademie habe zum Ziel, charakterstarke Anführer auszubilden, welche die Werte der Armee verkörperten, hieß es in einer Mitteilung. Auch die Marineakademie von Annapolis kündigte eine Untersuchung an.

US-Präsident Donald Trump eröffnete das Spiel zwischen Navy und Army mit einem Münzwurf.

Bei dem Spiel am Wochenende war unter anderem auch US-Präsident Donald Trump anwesend. Der Vorfall hatte für landesweiten Aufsehen gesorgt.

Rassistisches OK-Symbol: Auf der Liste der „Hass-Symbole“

Das umgedrehte OK-Symbol wurde vor kurzem von der amerikanischen Anti-Defamation League (Anti-Diffamierungs-Liga) auf die Liste der „Hass-Symbole“ gesetzt. Es wird von zahlreichen rassistischen Gruppierungen in den USA als Erkennungssymbol genutzt. Auch etliche Anhänger von Donald Trump nutzen das Symbol, um politische Gegner aus den Reihen der Demokraten zu provozieren.

Die Verwendung des umgedrehten OK-Zeichens begann als Witz auf der Internetseite „4Chan“ unter dem Motto „Operation O-KKK“ als Anspielung auf die Abkürzung des rassistischen Ku-Klux-Klans. Die Idee war, ein unschuldiges Symbol zu zweckentfremden, um so die Medien zu zu übertölpeln und Verwirrung zu stiften. „Wir müssen Twitter und andere soziale Medien mit Spam fluten und behaupten, das OK-Handzeichen sei ein Symbol der White-Power-Bewegung“, schrieb ein User zu der Kampagne laut der US-Zeitung „New York Times“.

Rassistisches Symbol nutzte auch der Christchurch-Attentäter

Manche behaupten auch, das umgedrehte „O“ stelle ein „Q“ dar und sei eine Anspielung auf die Verschwörungstheorien rund um „Q-Anon“*. Andere behaupten, seinen Ursprung habe das Symbol in der Idee, ein unschuldiges Symbol zu zweckentfremden, um so die Medien zu übertölpeln und Verwirrung zu stiften.

Der rassistisch motivierte Angreifer von Christchurch (Neuseeland), der Anfang März bei Anschlägen auf zwei Moscheen 51 Menschen getötet hatte, formte das OK-Symbol bei seinem Erscheinen vor Gericht. (mit afp)

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