Auch so kann eine Unterkunft für Geflüchtete aussehen - Foto von Pikpa aus dem Jahr 2016.
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Auch so kann eine Unterkunft für Geflüchtete aussehen - Foto von Pikpa aus dem Jahr 2016.

Griechenland

Alternatives Lesbos-Lager vor Räumung

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
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In Griechenland will die konservative Regierung das Projekt Pikpa auf Lesbos auflösen.

Auf der griechischen Insel Lesbos wurde am Donnerstag offenbar die Räumung des alternativen Flüchtlingswohnheims Pikpa vorbereitet, das sich nahe der Inselhauptstadt Mytilini befindet. Aufnahmen zeigen, wie am Morgen mehrere Busse, ein Militärlaster sowie Einsatzkräfte der Polizei nahe Pikpa Stellung bezogen – einige Stunden später aber wieder verschwanden. Warum, war zu Redaktionsschluss noch unklar.

Die griechischen Behörden haben schon vor einer Weile angekündigt, das selbstorganisierte Wohnprojekt schließen zu wollen. In dem Komplex leben derzeit 74 besonders schutzbedürftige Menschen – etwa chronisch Kranke, Folteropfer und Mütter mit Babys.

Mehrere Organisationen haben juristische Schritte gegen die Räumung eingeleitet, ein Eilantrag beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte war noch anhängig, teilte die in Pikpa engagierte Organisation „Pro Asyl“ am Donnerstag mit. Athens Migrationsministerium vermeldete am Mittag trotzdem, dass man das auf staatlichem Boden situierte Wohnheim schließen wird. Man plane, die „letzten Einwohner der informellen Unterbringungsstruktur“ in das offizielle Lager Kara Tepe zu bringen.

Dort gibt es aber statt Wohnungen nur Zelte. Hilfsorganisationen befürchten, dass die stete Angst vor erzwungener Umsiedlung bei Geflüchteten zu einer Retraumatisierung führen kann.

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