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Das AKW Philippsburg hat nun seinen Dienst hinter sich. Es wurde nach dem Fukushima-Unfall im März heruntergefahren.
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Das AKW Philippsburg hat nun seinen Dienst hinter sich. Es wurde nach dem Fukushima-Unfall im März heruntergefahren.

Atomkraft

Alt-Meiler bleiben abgeschaltet

Aus und vorbei: Die sieben deutschen Atomkraftwerke, die derzeit stillstehen, werden nicht wieder hochgefahren. Das verkündete Bundesumweltminister Norbert Röttgen.

Aus und vorbei: Die sieben deutschen Atomkraftwerke, die derzeit stillstehen, werden nicht wieder hochgefahren. Das verkündete Bundesumweltminister Norbert Röttgen.

Sieben ältere Atomkraftwerke in Deutschland sollen nach dem Willen der Umweltminister von Bund und Ländern nicht wieder ans Netz. Darauf einigte sich die Umweltministerkonferenz einstimmig bei ihrer Tagung am Freitag in Wernigerode im Harz, wie Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) mitteilte.

Zu dem Beschluss gebe es allerdings eine Reihe von Protokollnotizen aus den Ländern, etwa zur sicheren Energieversorgung. Auch das Atomkraftwerk Krümmel wird demnach nur in den Protokollnotizen genannt. Die sieben Mei, darunter das hessische Biblis A und B, sowie das Kernkraftwerk Krümmel sind wegen des Atommoratoriums der Bundesregierung derzeit nicht am Netz. Das Moratorium wurde Mitte März beschlossen, nachdem sich in japanischen Fukushima die schlimmste Atom-Katastrope seit dem Unfall von Tschernobyl vor 25 Jahren ereignet hatte.

Datum für Atomausstieg unklar

Nicht einigen konnten sich die Minister auch auf ein konkretes Datum für den endgültigen Atomausstieg. Laut Röttgen waren unter anderem die Jahre 2017 und 2022 im Gespräch. Die Konferenz forderte die Bundesregierung auf, ein endgültiges Datum festzulegen. Röttgen sagte der dpa, er gehe nicht davon aus, dass dies schon an diesem Sonntag bei der Sitzung des Koalitionsausschuss in Berlin geschehe.

Röttgen hatte bereits nach den Sicherheitstests das Aus für vier Atomkraftwerke angedeutet, darunter auch für die beiden Blöcke in Biblis. Die Meiler hatten bei den Tests nicht einmal die Sicherheitsanforderungen für den Absturz eines kleinen Flugzeugs erfüllt. Neben Biblis A und B hätten auch Brunsbüttel und Philippsburg I in Baden-Württemberg „keine nachgewiesene Sicherheitsauslegung“, hatte Röttgen damals gesagt.

Die Minister forderten zudem einen raschen Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Anteil solle bis 2020 auf 40 Prozent steigen, sagte Röttgen. Bislang war 35 Prozent als Ziel genannt worden. Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) verspricht sich vom Atomausstieg einen Schub für Investitionen. Die Umweltministerkonferenz habe nicht nur einen Ausstieg aus der Kernenergie gefordert, sondern auch einen Einstieg in andere Technologien.

Die Bundesnetzagentur hält das Risiko für die Netzsicherheit im kommenden Sommer weiterhin für beherrschbar - für den Winter aber geht die Behörde von deutlich steigenden Gefahren aus. Dies geht aus einem aktualisierten Bericht der Netzagentur über die Auswirkungen des Atommoratoriums auf Netze und Versorgungssicherheit hervor, den der Behördenchef Matthias Kurth am Freitag in Bonn vorstellte. Wegen der im Winter höheren Stromnachfrage bei zugleich geringerer Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien könne eine kritische Situation in bestimmten Leitungen entstehen, sagte Kurth.

Kurth brachte vor diesem Hintergrund ins Gespräch, sich aus Netzsicherheitsgründen den Zugriff auf ein oder zwei der stillgelegten Atomkraftwerke offenzuhalten. „Da die kritische Situation nach Angabe der Übertragungsnetzbetreiber erst im Winter droht, sollte die Option, die fehlende Kapazität auch aus den im Moratorium befindlichen Kraftwerken insbesondere im Süden decken zu können, erhalten bleiben.“ Der Präsident der Netzagentur plädierte zudem für einen raschen und effizienten Ausbau der Netze.

(dpa/dapd/afp)

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