Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

#allemalneschichtmachen

Mal Schicht machen statt #allesdichtmachen: Ärztin lädt Prominente auf Intensivstation ein

  • Friederike Meier
    VonFriederike Meier
    schließen

Laut der Ärztin Carola Holzner hat #allesdichtmachen eine „Schmerzgrenze überschritten“. In der aktuellen Situation der Corona-Pandemie sei Ironie nicht angebracht.

Essen - Am vergangenen Donnerstag (22.04.2021) haben 53 Künstlerinnen und Künstler unter dem Hashtag #allesdichtmachen Videos veröffentlicht, in denen sie auf ironische Art und Weise die Corona-Politik der Bundesregierung kritisieren. Seitdem reißt die Kritik an den Videos nicht ab.

Nun haben sich auch Menschen aus dem Gesundheitsbereich der Kritik angeschlossen. Unter #allemalneschichtmachen ruft die in sozialen Netzwerken als „Doc Caro“ bekannte Ärztin Carola Holzner die Schauspieler:innen dazu auf, eine Schicht im Krankenhaus oder im Rettungsdienst zu übernehmen.

Kritik an #allesdichtmachen in Corona-Pandemie: „Sie haben eine Grenze überschritten“

Zu Beginn ihres Instagram-Videos betont Holzner, die Leitende Oberärztin am Universitätsklinikum Essen ist, dass sie im Gegensatz zu den Schauspieler:innen tatsächlich Ärztin ist und nicht nur eine Rolle in einem Film spiele. Es möge sein, dass durch die Kampagne eine politische Diskussion ausgelöst werden sollte. Trotzdem hätten in der aktuellen Situation mit vielen Erkrankten auf den Intensivstationen und in den Krankenhäusern zynische Diskussionen, Sarkasmus und Ironie nichts verloren.

„Sie haben eine Grenze überschritten, und zwar eine Schmerzgrenze“, sagt Holzner in dem Video. „Und das sage ich jetzt für alle, die tagtäglich, seit über einem Jahr in diesem Gesundheitssystem stehen, handeln, helfen, immer wieder aufstehen und immer noch da sind.“ Holzner lädt deshalb dazu ein, im Gesundheitssystem mitzuarbeiten, ob im Rettungsdienst, auf der Intensivstation oder im Impfzentrum.

Kritik an #allesdichtmachen in Corona-Pandemie: Fast 65.000 Aufrufe auf Twitter

Danach, so Holzner, könne man sich ja für eine Kampagne zusammentun, „und zwar ohne Zynismus, ohne Sarkasmus und ohne Ironie. Sondern für jeden einzelnen, der tagtäglich dort ist, dort bleibt und weitermacht. Das würde ich mir wünschen.“

Ruft Initiator:innen der Aktion #allesdichtmachen zur Schicht auf der Intensivstation auf: Die Ärztin Carola Holzner.

Das Instagram-Video ist mittlerweile rund 65.000 Mal auf Twitter aufgerufen worden. Holzner erhält viel Unterstützung in den Sozialen Netzwerken. Da zählt ein User beispielsweise die Aufgaben auf, die in so einer Schicht anstehen - darunter „Triage“, „Katheter legen“ oder „Iso Zimmer in Vollmontur“.

Kritik an #allesdichtmachen in Corona-Pandemie: „Aktion ist nach hinten losgegangen“

Ein anderer User nominiert die Schauspielerin Katharina Schlothauer als Kandidatin für die Intensivstation. „Wer nach Luft ringende Menschen nachäfft, sollte dies erleben müssen“, heißt es. Ein anderer ergänzt: „Muss man ihnen lassen: Witzchen übers Atmen zu machen, während andere Menschen gerade ersticken, ist schon echt ein new Level of Arschloch“.

Am Wochenende hatte auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz erklärt, die Aktion sei nach hinten losgegangen. Kurz nach dem öffentlichen Gedenken an die Opfer der Corona-Pandemie hätten sich die Beteiligten „wenig einfühlsam“ gezeigt, so Vorstand Eugen Brysch. „Denn wer sich über den Corona-Schutz lustig macht, zeigt kein Mitgefühl für 80.000 Corona-Tote, ihre Angehörigen und die sorgenden Menschen.“ (Friederike Meier, mit KNA)

Rubriklistenbild: © Henning Kaiser

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare