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So geht Umsatz: Eine Lockheed F-35 für 122 Millionen Dollar.

Waffenverkäufe

Alles bereit für die nächste Waffengeneration

Schwedens Sipri-Friedensforscher berichten über Rüstungsgeschäfte.

Die 100 führenden Rüstungskonzerne der Erde haben ihre weltweiten Waffenverkäufe im vergangenen Jahr um fast fünf Prozent gesteigert – sie verkauften Rüstungsgüter für umgerechnet rund 380 Milliarden Euro (420 Milliarden Dollar), wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri mitteilt. Das entspricht einem Zuwachs von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, der Sipri zufolge vor allem von höheren Verkaufszahlen der größten Konzerne angetrieben wurde. Nicht berücksichtigt wurden Waffen aus China – für die fehlt es weiter an ausreichend verlässlichen Daten für Schätzungen.

Absoluter Spitzenreiter bei den Verkäufen bleiben weiterhin die USA. Erstmals seit 2002 – seit damals verfügt Sipri über vergleichbare Daten auch aus Russland – nehmen Konzerne mit Sitz in den Vereinigten Staaten gleich alle fünf Toppositionen der Rüstungswirtschaft ein. Diese fünf – Lockheed Martin, Boeing, Northrop Grumman, Raytheon und General Dynamics – verkauften zusammen Güter im Wert von insgesamt 148 Milliarden Dollar. Insgesamt machten US-Unternehmen 246 Milliarden Dollar aus, was 59 Prozent aller Verkäufe der Top 100 und einem Zuwachs von 7,2 Prozent im Vergleich zu 2017 entspricht.

Einen wichtigen Trend in den USA sehen die Friedensforscher darin, dass größere Rüstungskonzerne kleinere Firmen übernehmen. „Die US-Wirtschaft bereitet sich auf das neue Waffenmodernisierungsprogramm vor, das Präsident Trump 2017 angekündigt hat“, beobachtet Sipri-Expertin Aude Fleurant. „Große Firmen fusionieren, um die neue Generation von Waffensystemen produzieren zu können und damit in einer besseren Position zu sein, um Verträge von der US-Regierung zu gewinnen.“

Europas Waffenproduzenten zeichnen für 24 Prozent der weltweiten Waffenverkäufe verantwortlich. Die 27 in der Liste vertretenen Firmen machten einen Umsatz von 102 Milliarden Dollar, das ist ein Zuwachs um 0,7 Prozent. Die Zahlen der vier gelisteten deutschen Konzerne nahmen dagegen zusammen um 3,8 Prozent ab. Wachsenden Lieferungen von Fahrzeugen von Rheinmetall an die Bundeswehr stehe ein Rückgang der Verkaufszahlen beim Schiffbauer Thyssen-Krupp entgegen, sagte Sipri-Experte Pieter Wezeman. Damit ist Deutschland mit nur zwei Prozent an den weltweiten Waffenverkäufen beteiligt und rangiert hinter Italien, Japan und Israel, aber vor Indien und Südkorea. Airbus wird bei der Sipri-Auswertung als „transeuropäischer“ Konzern gelistet, weil das Unternehmen seinen Sitz in mehr als nur einem Land hat.

Der Umsatz britischer Rüstungskonzerne sank unter anderem wegen Verzögerungen beim Modernisierungsprogramm der heimischen Streitkräfte um 4,8 Prozent, der der Franzosen stieg um 2,4 Prozent. Großbritannien bleibt dennoch Europas Waffenverkäufer Nummer eins, gefolgt von Frankreich. Fast unverändert blieben die Umsätze in Russland: Die zehn in den Top 100 gelisteten russischen Konzerne verkauften Güter und Dienste im Gesamtwert von 36,2 Milliarden Dollar – ein Rückgang von 0,4 Prozent. Einzelne Firmen erlebten aber einen Aufschwung.

Als Waffenverkäufe bezeichnet Sipri jeglichen Verkauf militärischer Güter und Dienstleistungen an militärische Abnehmer. Seit 2002 haben die Verkäufe den Informationen der Friedensforscher nach insgesamt um knapp 47 Prozent zugenommen. (dpa)

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