+
Warum? Eine gerade auf Lesbos angelandete Frau verzweifelt angesichts der griechischen Feindseligkeit.

Reaktionen

Alle wollen den Griechen helfen

  • schließen

EU-Konservativer verlangt massive zusätzliche Grenzsicherung zur Türkei hin.

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber wirft den Staaten der Europäischen Union Versagen in der Flüchtlingspolitik vor. In der Krise um Tausende Menschen an der Grenze zur Türkei stehe Griechenland wieder alleine da, sagte der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im Europaparlament am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Er forderte eine Sondersitzung der EU-Innenminister und ein Sofortprogramm zum Aufstockung der Grenzschutzagentur Frontex auf 10 000 Mann.

„Die EU-Mitgliedsstaaten haben lang genug diskutiert“, betonte Weber. „Jetzt müssen sie endlich das grüne Licht geben, damit Europa handelt. Griechenland und Bulgarien brauchen unsere Unterstützung.“ Weber kritisierte, dass die EU-Staaten seit Jahren ergebnislos über eine Reform des EU-Asylsystems diskutiert hätten. „Handelt endlich, das Parlament ist seit langem bereit!“

Baerbock interveniert

Weber fordert schon für die nächsten Tage einen Masterplan, damit die EU-Agenturen Frontex, EASO und Europol vor Ort eine neue Krise verhinderten. Dass Griechenland seine Grenzen für die aus der Türkei kommenden Flüchtlinge geschlossen hat, begrüßte Weber ausdrücklich. Die Türkei missbrauche das Leid der Menschen, doch Europa lasse sich nicht erpressen. Frontex teilte am Sonntag mit, nach einem Hilfeersuchen Griechenlands habe man bereits Vorbereitungen getroffen, Gerät und Beamte zu schicken. Frontex habe derzeit knapp 400 Leute in der Ägäis und ein kleineres Kontingent an der griechisch-türkischen Landgrenze. 60 Beamte seien an der bulgarisch-türkischen Grenze im Einsatz.

Grünen-Chefin Annalena Baerbock schlug hingegen eine Kontingentlösung zur Aufnahme der Migranten an der türkisch-griechischen Grenze vor – mit deutscher Beteiligung. „Dass die Situation sich derart zuspitzt, war nur eine Frage der Zeit“, sagte sie der Tageszeitung „Die Welt“. Nun sei die EU in der Pflicht, Griechenland mit allen Mitteln zu unterstützen – finanziell, personell, mit Hilfsgütern und Material.

„In der chaotischen Situation muss die EU Ordnung und Humanität walten lassen“, mahnte Baerbock. Auch wenn das eine immense Aufgabe ist. „Aber wir können nicht weiter so tun, als ginge uns das nichts an.“ Nötig sei eine humane Erstunterbringung mit medizinischer Versorgung – allerdings kontrolliert, also mit Sicherheitsüberprüfung und Datenabgleich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion