Die Wahlbeteiligung dürfte diesmal deutlich höher ausfallen als bei früheren Wahlen.
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Die Wahlbeteiligung dürfte diesmal deutlich höher ausfallen als bei früheren Wahlen.

US-Wahl

Stresstest der Demokratie

  • Monika Gemmer
    vonMonika Gemmer
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Die Welt hält den Atem an: Das Ergebnis der Präsidentschaftswahl entscheidet nicht nur über die Zukunft der USA.

Es ist soweit: Seit Dienstag, 5 Uhr Ortszeit (11 Uhr MEZ), wird in den USA gewählt. Der Demokrat Joe Biden tritt gegen den Republikaner Donald Trump an – und die Welt verfolgt gespannt, wie das Rennen ausgeht. Wir informieren Sie in der Wahlnacht vom 3. auf den 4. November live über den Verlauf der Auszählungen. Egal, ob Sie nachts wach werden und partout nicht wieder einschlafen können, ohne den Stand der Dinge zu kennen, oder ob sie am Mittwochmorgen in aller Ruhe bei einer Tasse Kaffee informieren wollen: FR+ liefert alle aktuellen Ergebnisse, sobald sie vorliegen. Das gilt für die Präsidentschaftswahl ebenso wie für die zeitgleich anstehenden Kongresswahlen.

Die Präsidentschaftswahl: Wer liegt vorn?

Wer bekommt die Mehrheit der Wahlleute?

Der US-Präsident wird nicht direkt gewählt, sondern vom „Electoral College“ bestimmt. In dieses Gremium, das 41 Tage nach dem Wahltag zusammentritt, entsendet fast jeder Bundesstaat Wahlleute entsprechend der Zahl seiner Senatoren und Kongressabgeordneten. Sie entspricht damit ungefähr der Größe der Bevölkerung in dem Staat.

Für 48 der 50 Bundesstaaten gilt das Prinzip „the winner takes it all“: Alle Wahlleute aus einem Bundesstaat stimmen für den Kandidaten, der in diesem Staat die Mehrheit der Wähler:innenstimmen bekommen hat. Nur die Wahlleute aus Nebraska und Maine vergeben ihre Stimmen proportional.

Ein Kandidat muss mindestens 270 Wahlleute-Stimmen bekommen, um die Wahl zu gewinnen.

Welche Bundesstaaten stehen im Fokus?

In der Wahlnacht richtet sich der Blick besonders auf einige Schlüssel-Staaten. Texas entsendet 36 Wahlleute in das Gremium, das am Ende den Präsidenten wählt – und war in der Vergangenheit eine „sichere Bank“ für die Republikaner. Diesmal ist die Präferenz nicht eindeutig. Ähnlich verhält es sich im Bundesstaat Florida (29 Wahlleute). Viele Rentnerinnen und Rentner wählen hier traditionell republikanisch – doch ein nicht unerheblicher Teil scheint sich von Donald Trump abzuwenden. Unsere interaktive Karte zeigt, wie sich die Dinge für Biden und Trump in den einzelnen Bundesstaaten entwickeln. Ein Fingertipp auf einen Staat führt Sie zu weiteren Informationen.

Im Fokus stehen zudem die „Swing States“, in denen mal ein Republikaner, mal ein Demokrat gewinnt: Pennsylvania (20 Wahlleute), Ohio (18), Michigan, Wisconsin und Minnesota (zusammen 36). Knapp werden könnte es zudem in Georgia (16), North Carolina (15) und Arizona (11).

Die Wahlnacht: Wann ist mit Ergebnissen zu rechnen?

Es ist keineswegs sicher, dass schon in der Wahlnacht feststeht, wer der 46. Präsident der Vereinigten Staaten wird. In der Vergangenheit war das zwar meistens der Fall (eine jüngere Ausnahme war die Wahl George W. Bushs, dessen Sieg über Al Gore 2000 erst Wochen nach der Wahl durch den Obersten Gerichtshof entschieden wurde), doch diesmal ist die Zahl der Menschen, die per Brief abstimmen, deutlich höher. Das dürfte die Auszählung verzögern. Mehrere Bundesstaaten, darunter die Swing States Pennsylvania, Michigan und Wisconsin, kündigen bereits vorsorglich an, dass ein Ergebnis möglicherweise erst mehrere Tage nach der Wahl vorliegen könnte.

Am 3. November 2020 wählen die US-Amerikaner:innen einen neuen Präsidenten.

Außerdem: Weil Umfragen zufolge mehr Anhänger:innen der Demokraten als der Republikaner die Briefwahl nutzen, könnten die ersten Ergebnisse aus den Wahllokalen unmittelbar nach der Wahl zunächst Amtsinhaber Trump vorne sehen. Nach Auszählung der Briefwahlunterlagen könnte sich das Blatt aber zugunsten von Biden wenden.

Die Kongress-Wahlen

Auch in beiden Kammern des Kongresses werden neue Abgeordnete gewählt. Im Repräsentantenhaus sind alle 435 Mandate zu besetzen, im Senat wird ein Drittel der Mitglieder neu gewählt. Ein Präsident, wie auch immer er heißt, hat ohne Mehrheit in beiden Kammern innenpolitisch nur wenig Handlungsspielraum.

Das Repräsentantenhaus

Die Zahl der Abgeordneten im Repräsentantenhaus richtet sich in etwa nach der Bevölkerungszahl der Wahlkreise. Es wird alle zwei Jahre komplett neu gewählt. Das Parlament entscheidet über den Haushalt und kann Gesetze vorschlagen.

Der Senat

Im Senat, der Vertretung der Bundesstaaten, stehen jedem Staat zwei Sitze zu, unabhängig von seiner Bevölkerungszahl. Wichtige Regierungsämter sowie die Posten von Bundes- und Verfassungsrichtern werden nur besetzt, wenn der Senat zustimmt. Am 3. November 2020 werden ein Drittel der Senatorinnen und Senatoren neu gewählt.

Quiz: Wie gut kennen Sie sich aus in der Geschichte der US-Wahlen?

Zwölf Fragen rund um die Präsidenten der Vereinigten Staaten und ihre Politik. Viel Spaß!

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