Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Karamba Diaby ist im Senegal geboren und kandidiert bei der Bundestagswahl für die SPD.
+
Karamba Diaby ist im Senegal geboren und kandidiert bei der Bundestagswahl für die SPD.

Karamba Diaby

"An alle Rassisten"

  • Damir Fras
    VonDamir Fras
    schließen

Heftiger denn je werden kurz vor der Bundestagswahl Politiker mit ausländischen Wurzeln beleidigt. SPD-Politikerin Schwesig fordert eine deutliche Haltung gegen rechte Hetze.

Vor ein paar Tagen platzte Karamba Diaby der Kragen. „An alle Rassisten“, schrieb der Politiker auf Facebook: „I AM NOT YOUR NEGRO!“ SPD-Mann Diaby aus Halle sah sich wegen seiner Hautfarbe rassistischen Beschimpfungen ausgesetzt. Wieder einmal. Die NPD hatte – ebenfalls auf Facebook – ein Wahlplakat des ersten afrikanisch-stämmigen Bundestagsabgeordneten mit der Überschrift versehen: „‚Deutsche‘“ Volksvertreter nach heutigem SPD-Verständnis. Wie heißt es doch: ‚Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!‘“ Der 55 Jahre alte Diaby, der im Senegal geboren wurde, konterte: „Nicht die Hautfarbe und auch nicht die Herkunft entscheiden darüber, wer Bundestagsabgeordneter wird, sondern die BürgerInnen dieses Landes, die mit überwältigender Mehrheit für eine offene und solidarische Gesellschaft einstehen.“ Er werde sich nicht von Rassisten einschüchtern lassen.

Treffen mit Diaby

Heftiger denn je, so scheint es, werden kurz vor der Bundestagswahl Politiker mit ausländischen Wurzeln oder ausländischen Eltern beleidigt. Neben Diaby traf es die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, die AfD-Spitzenmann Alexander Gauland in Anatolien „entsorgen“ will.

Die stellvertretende SPD-Chefin Manuela Schwesig will nicht einfach hinnehmen, dass der Rassismus inzwischen Teil der politischen Auseinandersetzung geworden ist. „Da hilft nur klare Kante“, sagte die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern der FR am Mittwoch nach einem Besuch in Halle, wo sie auch ihren Parteifreund Diaby traf. „Wir müssen immer wieder klar sagen, dass solche rassistischen und menschenfeindlichen Haltungen keinen Platz bei uns haben.“

Die frühere Bundesfamilienministerin sagte: „Die Angriffe auf Karamba Diaby sind widerwärtig, überraschen mich aber nicht. Es gibt aber auch in der AfD Rassisten und Extremisten.“ Das werde „durch die unsäglichen Äußerungen von Herrn Gauland über Aydan Özoguz sehr deutlich“. Die AfD habe lange Zeit versucht, sich einen bürgerlichen Anstrich zu geben, „aber in Wahrheit hat sie immer diese rassistische und extremistische Haltung vertreten“.

Aber auch die Bundesregierung müsse mehr tun, um das zivilgesellschaftliche Engagement gegen Rassismus und Extremismus dauerhaft zu fördern. „Wir unterstützen zwar Anti-Extremismus-Projekte durch den Bund mit insgesamt 100 Millionen Euro. Das sind übrigens Projekte gegen Extremismus jeglicher Art, also auch Linksextremismus, Salafismus, Antisemitismus“, sagte Schwesig: „Aber diese Förderung läuft Ende 2019 aus“.

Sie verstehe nicht, so die Regierungschefin aus Schwerin, „warum die Kanzlerin und die Union ein Gesetz blockieren, das die Bundesregierung gewissermaßen zur Förderung solcher Projekte verpflichten würde“. Der Gesetzentwurf liege vor, und „die engagierten Leute in den Ländern und Kommunen brauchen Planungssicherheit“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare