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Kreml-Kritiker

Berüchtigtes Straflager: Nawalnys Leben soll durch Folter in Gefahr sein

  • Delia Friess
    VonDelia Friess
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Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny soll im russischen Straflager gefoltert werden. Er leide nach seiner Vergiftung noch immer unter gesundheitlichen Problemen, medizinische Behandlung werde ihm verwehrt.

Moskau - Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny bangt offenbar wieder um seine Gesundheit. Der Kreml-Kritiker, der mit dem Nervengift Nowitschok vergiftet wurde und dafür Putin und den russischen Geheimdienst FSB verantwortlich macht, wurde nach seiner Rückkehr nach Russland in einem international kritisierten Prozess in einem berüchtigten Straflager nahe Moskau inhaftiert.

Nawalny wirft der russischen Regierung nun schlechte Haftbedingungen und den Gefängniswärter:innen des Straflagers Folter vor. Er leide unter Schlafentzug und der unzureichenden Behandlung seiner Schmerzen. Der 44-jährige Nawalny soll starke Schmerzen im Rücken und im rechten Bein haben, wie seine Anwältin Olga Michailowa mitteilte. „Alle fürchten um sein Leben und seine Gesundheit“, so die Nawalny-Vertraute weiter, die ihn am Donnerstag (25.03.2021) besuchte. Zuvor war Nawalnys Anwält:innen der Zugang zum Straflager verwehrt worden.

Alexej Nawalny (Archivbild).

Schlafentzug und Verweigerung der medizinischen Behandlung: Nawalnys Gesundheit in Gefahr

Auf seiner Website veröffentlichte Nawalny zwei offizielle Beschwerden an die Strafvollzugsbehörden. Darin heißt es, er werde nachts achtmal von Wärter:innen geweckt, die ihn permanent filmten.

In einem zweiten Brief forderte Nawalny außerdem eine gründliche Behandlung seiner Schmerzen im Rücken und im rechten Bein. Nawalny erklärte darin auch, dass die Verschlechterung seines Gesundheitszustandes die „direkte Konsequenz des Handelns und der Untätigkeit“ der Mitarbeiter:innen im Straflager sei.

Nawalnys Zustand sei „extrem problematisch“, sein Bein sei in einem „schrecklichen Zustand“, zeigte sich seine Anwältin besorgt. Bereits seit vier Wochen habe Nawalny Schmerzen, verliere das Gefühl im Schienbein und könne sein rechtes Bein nicht benutzen. Zwar habe sich Nawalny am Mittwoch (24.03.2021) einer Kernspintomografie in einem Krankenhaus unterzogen, die Ärzt:innen sollen die Diagnose allerdings zurückhalten.

Russland Russische Föderation
PremierministerMichail Wladimirowitsch Mischustin
Hauptstadt Moskau
Fläche17.130.000 km²
Bevölkerung 144,5 Millionen (2018)
PräsidentWladimir Putin

Alexej Nawalny: Erholung von Nowitschok-Vergiftung durch Straflager in Gefahr

Internationale Beobachter:innen fürchten nun, dass Nawalnys Gesundheit nach der Erholung von der Vergiftung im vergangenen August wieder gefährdet sein könne. Auch deutsche Politiker:innen äußerten sich besorgt, darunter auch der Grünen-Politiker Manuel Sarrazin. Der Bundestagsabgeordnete rief die Bundesregierung dazu auf, vom Kreml volle Transparenz über den Gesundheitszustand Nawalnys zu verlangen. „Man kann den Eindruck gewinnen, dass die teilweise Genesung nach der Nowitschok-Vergiftung revidiert werden soll“, so der Grünen-Politiker.

Außenaufnahme auf die Gefangenenkolonie IK-2.

Nawalny: Kreml weist Vorwürfe von Folter und fehlende Behandlung zurück

Die Gefängnisbehörde behautet unterdessen, Nawalny sei untersucht und sein Zustand sei als „stabil und zufriedenstellend“ beurteilt worden. Auch der Kreml äußerte sich zu den Vorwürfen: Man verfolge die Berichte über Nawalnys Gesundheitszustand nicht und habe auch keine Informationen dazu bei der Gefängnisbehörde angefordert. Die Vorwürfe wegen denen der Oppositionelle Nawalny inhaftiert ist und das Gerichtsverfahren in Russland waren international stark kritisiert worden.

Nawalny wurde zuvor mit dem Nervengift Nowitschok in Russland vergiftet und im vergangenen Sommer in der Berliner Charité behandelt. Für den Giftanschlag macht Nawalny die russische Regierung verantwortlich. Die EU und die USA haben als Folge des Umganges mit dem Oppositionellen Nawalny weitere Sanktionen gegen Russland verhängt. US-Präsident Joe Biden bezeichnete Wladimir Putin unterdessen als „Mörder“. (Delia Friess mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Moscow City Court Press Office

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