Der größten Oppositionspartei in Nordmazedonien VMRO  gelang es, ihren Niedergang nach dem Fall ihres früheren Skandalpremiers Nikola Gruevski zu stoppen.
+
Der größten Oppositionspartei in Nordmazedonien VMRO  gelang es, ihren Niedergang nach dem Fall ihres früheren Skandalpremiers Nikola Gruevski zu stoppen.

Nordmazedonien

Albaner als Königsmacher

  • vonCord Brügmann
    schließen

Die sozialdemokratische SDSM siegt bei der Parlamentswahl in Nordmazedonien knapp. In Skopje wird mit einem zähen Koalitionspoker gerechnet.

Zoki, Zoki!“, jubelten seine Anhänger dem Maskenmann mit den in die Höhe gereckten Fäusten zu. Erst als Zoran Zaev das Wort ergriff, legte der Sieger von Nordmazedoniens Parlamentswahl den Gesichtsschutz ab. „Das Konzept der Integration hat das Konzept der Isolation, der Teilung und der falschen Konflikte besiegt“, verkündete der frühere und vermutlich neue Premier nach der Parlamentswahl am Mittwoch: „Wir hatten demokratische, freie und sichere Wahlen: Die Bürger haben für ein besseres morgen gestimmt.“

Als Bestätigung seiner Politik der Aussöhnung mit Griechenland und der EU-Integration feierte der 45-Jährige den eher knappen Wahlsieg seiner SDSM (36,12 Prozent) vor der nationalpopulistischen VMRO (34,65 Prozent). Doch statt wie von ihm in der Wahlnacht prognostiziert mit drei bis fünf Mandaten liegt die bisherige Regierungspartei laut dem vorläufigen Ergebnis mit 46 der 120 Sitze nur zwei vor der VMRO.

Der größten Oppositionspartei, die die mit Athen vereinbarte Änderung des Landesnamens wieder rückgängig machen will, gelang es, ihren Niedergang nach dem Fall ihres früheren Skandalpremiers Nikola Gruevski zu stoppen; sie ist mit der SDSM wieder auf Augenhöhe. Das Wahlrennen sei knapp und bis zur Verkündigung des Endergebnisses noch nicht entschieden, sagte VMRO-Generalsekretär Igor Janusev: „Es ist Zeit für den Wechsel.“

Viele Gewinner, aber kein klarer Sieger: Die Rolle der Königsmacher dürften wieder einmal die Parteien der albanischen Minderheit spielen. Vieles deutet auf die Fortsetzung der Zweckehe der SDSM mit der größten Albanerpartei DUI hin. Dennoch wird in Skopje mit einem zähen Koalitionspoker gerechnet.

„Der Adler ist zurück!“, jubilierte Parteichef Ali Ahmeti über die Zugewinne der DUI, die mit 11,6 Prozent auf 15 Mandate kam. Mit der Forderung nach dem ersten albanischen Premier im Balkanstaat wird er bei der SDSM zwar auf Granit beißen. Doch ihre vertraute Rolle als Mehrheitsbeschaffer dürfte die DUI erneut zu versilbern wissen.

Kommentare