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Polizisten beobachten die Check-in-Schalter in Stuttgart.

Sicherheit

Alarm an deutschen Flughäfen

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Nach möglichen Ausspähversuchen am Flughafen Stuttgart werden die Schutzmaßnahmen auch an vielen anderen Flughäfen Deutschlands verschärft. Am Freitag werden zwei Objekte in Nordrhein-Westfalen und eines in Baden-Württemberg durchsucht.

Die Polizei sucht im Zusammenhang mit einem möglicherweise geplanten Anschlag auf einen Flughafen im Südwesten Deutschlands vier Personen. Das bestätigten Sicherheitskreise. Mindestens einer der Verdächtigen gehört offenbar zum radikalislamischen Milieu. Nach Hinweisen auf Ausspähversuche am Stuttgarter Flughafen hatte die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen an mehreren Airports in der Region erhöht.

Laut Bundespolizei sind am Stuttgarter Airport weiter Polizisten mit Maschinenpistolen und Schutzwesten unterwegs. Auch an den anderen baden-württembergischen Flughäfen Friedrichshafen, Mannheim und Karlsruhe/Baden-Baden bleiben die Sicherheitsmaßnahmen erhöht.  Laut „Bild“-Zeitung gab die Bundespolizei eine Warnung an alle vierzehn großen deutschen Verkehrsflughäfen aus. 

Überdies wurden am Freitag zwei Objekte in Nordrhein-Westfalen und eines in Baden-Württemberg durchsucht, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart sagte. 

Zwei der Gesuchten stammen aus Nordrhein-Westfalen

Zwei der Gesuchten seien Vater und Sohn und stammten aus Nordrhein-Westfalen, hieß es. Sie seien bereits vergangene Woche der französischen Polizei aufgefallen, als sie am Pariser Flughafen Charles de Gaulle Fotos machten. Das waren laut Südwestrundfunk (SWR) auch die beiden Männer, die am Stuttgarter Flughafen gesichtet wurden. Sie konnten demnach anhand von Videoaufzeichnungen identifiziert werden.

Das zuständige Polizeipräsidium in Reutlingen wollte die Berichte nicht kommentieren. Auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart äußerte sich am Donnerstag auf Anfrage nicht, ebenso wenig die Bundesanwaltschaft. Die Bundespolizei „sensibilisierte“ Einsatzkräfte an allen Verkehrsflughäfen in ihrem Zuständigkeitsbereich, wie ein Sprecher mitteilte. 

Nach Hinweisen französischer Behörden wurden bereits am Mittwochabend in Stuttgart sowie dann auch an den Flughäfen Friedrichshafen, Karlsruhe/Baden-Baden und Mannheim die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Das baden-württembergische Innenministerium hat nach eigenen Angaben aber keine Erkenntnisse zu einer konkreten Gefährdung der Flughäfen. Schwer bewaffnete Polizisten waren in Schutzausrüstung auf Streife unterwegs. Polizisten kontrollierten auch Fahrzeuge an den Zufahrtstraßen zum Stuttgarter Flughafen. Wie lange die verstärkten Kontrollen geplant sind, war zunächst unklar. Der Flugbetrieb lief normal weiter und wurde nicht beeinträchtigt.

Deutsches Autokennzeichen

Die Einsätze an den baden-württembergischen Flughäfen seien eine „reine Vorsichtsmaßnahme“, teilte die Polizei mit. „Derartige Hinweise oder Vorkommnisse gibt es immer wieder, vor allem um die Weihnachtszeit.“ Gerade nach der schrecklichen Tat in Straßburg müsse man weiter wachsam sein. Bei dem Anschlag in der Stadt im Elsass waren fünf Menschen ums Leben gekommen.

Vergangene Woche und am Mittwoch seien am Stuttgarter Airport junge Männer von einer Überwachungskamera gefilmt worden, berichtete der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die Personen hätten sich an der Sicherheitsschleuse aufgehalten, ohne einen Flug antreten zu wollen und ohne Reisegepäck. Vor diesem Hintergrund habe die Bundespolizei die Spezialeinheit BFE plus am Flughafen eingesetzt, um einem Anschlag vorzubeugen. 

Die mutmaßlichen Islamisten, die am Donnerstag voriger Woche den Flughafen Charles de Gaulles ausspähten, werden in Deutschland als „Gefährder“ geführt und sind im Schengen-Informationssystem gelistet. Das erfuhr das Redaktionsnetzwerk Deutschland aus Sicherheitskreisen. 

An jenem Donnerstagabend war ein Mercedes-Sprinter mit zwei Männern an dem Flughafen vorgefahren und der Beifahrer in die Eingangshalle gelaufen, um dort Fotos zu machen. Zeugen, denen der Vorfall verdächtig erschien, notierten sich das deutsche Kennzeichen des Wagens. Eine Abfrage beim Gemeinsamen Zentrum der deutsch-französischen Polizei in Kehl bei Straßburg habe ergeben, dass es sich bei dem Halter des Wagens um einen 48-jährigen Islamisten handelt, den die deutschen Sicherheitsbehörden als „Gefährder“ führen. (mit dpa/afp)

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