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Das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ liegt derzeit im Hafen von Palermo. Dort haben es die italienischen Behörden festgesetzt.

Palermo

Nach „Alan Kurdi“: Italienische Behörden setzen auch spanisches Rettungsschiff fest

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Nachdem italienische Behörden das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ in Palermo festgesetzt haben, folgt jetzt die Festsetzung eines spanischen Schiffs. 

  • Italienische Behörden legen Rettungsschiff „Alan Kurdi“ an die Kette
  • Grund für die Festsetzung: „Mehrere Unregelmäßigkeiten“
  • Italienische Behörden setzten auch spanisches Rettungsschiff fest

Update vom Donnerstag, 07.05.2020, 6.17 Uhr: Nach dem deutschen Migranten-Rettungsschiff „Alan Kurdi“ ist auch ein spanisches Schiff in Italien festgesetzt worden. Die italienische Küstenwache legte die „Aita Mari“ wegen „Normenverletzung“ an die Kette. Bei einer Überprüfung seien „technische und normative Irregularitäten“ festgestellt worden, die die Sicherheit der Crew und der geretteten Personen gefährden könnten, teilte die Küstenwache am späten Mittwochabend (06.05.2020) mit. Auch seien Verstöße gegen Umweltauflagen festgestellt worden.

Spanisches Rettungsschiff rettete wie „Alan Kurdi“ zuletzt Dutzende Migranten vor Libyen

Das spanische Schiff hatte wie die „Alan Kurdi“ zuletzt Dutzende Migranten vor Libyen gerettet. Nach zwei Wochen Corona-Quarantäne auf einer italienischen Fähre durften sie Anfang der Woche in Palermo an Land. Unklar ist, was mit den Menschen geschehen soll und ob sie auf andere EU-Länder verteilt werden. Die Hilfsorganisation Sea-Eye erklärte, die Festsetzung der „Alan Kurdi“ sei „reine Schikane, um die zivile Seenotrettung stückweise zum Erliegen zu bringen“.

Italien hatte sich wegen der Corona-Pandemie als „nicht sicheren“ Hafen erklärt. Wegen des Gesundheitsnotstandes könnten keine Migranten an Land versorgt werden. Das deutsche Containerschiff „MV Marina“ wartet derzeit auch mit mehr als 70 geborgenen Migranten an Bord auf die Zuweisung eines Hafens.

„Alan Kurdi“: Italienische Behörden setzen deutsches Rettungsschiff fest

Erstmeldung

Rom - Die italienischen Behörden haben das in Palermo liegende deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“, das Flüchtlingen in Seenot hilft, festgesetzt. Grund seien „mehrere Unregelmäßigkeiten“, die nicht nur die Besatzung, sondern auch andere Menschen an Bord gefährden könnten, berichtete die Agentur Ansa in der Nacht zum Mittwoch. Details zu den beanstandeten Unregelmäßigkeiten wurden nicht genannt. Das Schiff bleibe bis zur Beseitigung der Fehler an der Kette, so die italienischen Behörden.

Deutsches Rettungsschiff „Alan Kurdi“ nimmt Migranten vor der Küste Libyens auf

Die „Alan Kurdi“ hatte Anfang April vor der Küste Libyens 146 Migranten aufgenommen. Aufgrund der Corona-Pandemie erklärten sich weder Italien noch Malta bereit, die Migranten an Land zu lassen. Die beiden Länder begründeten ihre Entscheidung damit, dass sie die Migranten nicht gesundheitlich versorgen könnten. Die Menschen legen meist im Bürgerkriegsland Libyen ab, wo ihnen in Lagern schwere Misshandlungen drohen.

Migranten und Besatzung der „Alan Kurdi“ zunächst in zweiwöchiger Quarantäne

Weil sich die Lage auf dem Schiff immer weiter zuspitze, wurden die Migranten Mitte April dann aber doch zur italienischen Küste gebracht. Zuvor hatte ein Mann versucht, sich das Leben zu nehmen, ein anderer hatte sich selbst verletzt. Die italienische Küstenwache holte deshalb schon vorab drei Menschen von der „Alan Kurdi“. Die anderen Migranten wurden wenige Tage später an die italienische Küste gebracht. Dort wurden sie wegen der Corona-Pandemie für eine zweiwöchige Quarantäne zunächst auf einer Fähre vor der Küste von Sizilien untergebracht. 

Die 17 Besatzungsmitglieder des Schiffes – das von der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye betrieben wird – mussten für die Zeit der Quarantäne auf dem Schiff bleiben. Am Wochenende durfte das Schiff dann schließlich in Palermo einlaufen. 

Von Melanie Gottschalk

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