Dem ehemaligen sudanesischen Präsident Al-Baschir droht die Todesstrafe.
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Dem ehemaligen sudanesischen Präsident Al-Baschir droht die Todesstrafe.

Sudan

Al-Baschir droht die Todesstrafe

Im Sudan beginnt der Prozess gegen den ehemaligen Machthaber Umar al-Baschir. Ihm droht die Todesstrafe.

Der langjährige sudanesische Machthaber Omar al-Baschir muss sich von diesem Dienstag an wegen eines Militärputsches vor Gericht verantworten, mit dem er vor mehr als 30 Jahren an die Macht gekommen war. Dem im vergangenen Jahr gestürzten autokratischen Herrscher droht die Todesstrafe. Der 76-jährige war im Dezember bereits wegen Korruption zu zwei Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden und ist in Haft.

Al-Baschir wird vorgeworfen, 1989 mit Hilfe des Militärs die demokratisch gewählte Regierung von Ministerpräsident Sadek al-Mahdi gestürzt zu haben. Der Prozess gegen ihn und 16 Mitangeklagte in Khartum ist der erste in der jüngeren Geschichte der arabischen Welt, bei dem Verantwortliche eines erfolgreichen Staatsstreichs vor Gericht gestellt werden. Der mutmaßliche wahre Drahtzieher des Putsches, Hassan Turabi von der Nationalen Arabischen Front, starb bereits 2016.

Der Prozess sei „eine Warnung an jeden, der versucht, das Verfassungssystem zu zerstören“, sagte der Anwalt Moas Hadra, der den Fall gemeinsam mit Kollegen vor Gericht gebracht hat. „Dies wird die sudanesische Demokratie schützen. Wir hoffen, dass wir damit die Ära der Putsche im Sudan beenden können.“

Mit al-Baschir werden zehn frühere Militärvertreter und sechs Zivilisten auf der Anklagebank sitzen, darunter al-Baschirs einstige Vizepräsidenten Ali Osman Taha und Bakri Hassan Saleh sowie frühere Minister und Gouverneure. Ihnen wird vorgeworfen, gemeinsam den Putsch vom 30. Juni 1989 geplant zu haben.

Al-Baschir blieb 30 Jahre an der Macht, bevor er im April vergangenen Jahres nach monatelangen Protesten der Bevölkerung gestürzt wurde. Eine Übergangsregierung hat seither eine Reihe politischer Reformen begonnen und Friedensgespräche mit Rebellengruppen aufgenommen. Gegen Al-Baschir liegt auch ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag vor. Dort werden dem 76-jährigen Ex-General Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord in der Krisenregion Darfur vorgeworfen. (afp)

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