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Furcht vor Atomkatastrophe wächst

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Von: Niklas Kirk

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Die Sorge vor einem nuklearen Zwischenfall wächst, nachdem laufende Reaktoren des AKW Saporischschja runtergefahren wurden. Die Kriegsparteien beschuldigen sich dabei gegenseitig.

Kiew – Das AKW Saporischschja entwickelt sich zunehmend zu einem der meistbeachteten Schauplätze im Ukraine-Krieg. Nach der Notabschaltung zweier Reaktoren am Donnerstagnachmittag (26. August) wächst die Furcht vor einer Atom-Katastrophe. In der Schuldfrage fand der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer abendlichen Fernsehansprache deutliche Worte in Richtung Russland.

AKW Saporischschja: Gegenseitige Anschuldigung der Kriegsparteien

„Jede Minute, die das russische Militär im Kernkraftwerk bleibt, bedeutet das Risiko einer globalen Strahlenkatastrophe“, sagte Präsident Selenskyj bezugnehmend. Ohne das Handeln des ukrainischen Werkspersonals wäre die Welt „bereits gezwungen gewesen, die Folgen eines Strahlenunfalls zu bewältigen.“, „Russland hat die Ukraine und alle Europäer in eine Situation gebracht, die nur einen Schritt von einer Strahlenkatastrophe entfernt ist.“

Akw in Saporischschja
Ein russischer Soldat steht auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja. © Uncredited/AP/dpa

Den Anschuldigungen entgegnet Wladimir Rogow, ein von Russland ernannter Beamter in der Region, lediglich, dass die Abschaltung durch einen Brand und einen Kurzschluss in den Stromleitungen ausgelöst wurde. Der Waldbrand, der die Stromleitung beschädigt haben soll, sei von ukrainischen Truppen verursacht worden, so Rogow in einem Telegram-Kanal.

AKW Saporischschja: Entmilitarisierung und Begutachtung des Gebietes gefordert

Der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) wird für Anfang September die Besichtigung der Anlage in Aussicht gestellt. Uneinigkeit bestand zuvor darüber, auf welchem Weg die Anreise der Delegation verlaufen solle, auch sei für die Sicherheit der Experten ein vorübergehender Waffenstillstand erforderlich und verbindlich auszuhandeln.

Bereits im Rahmen der 10. Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag, wandte sich UN-Generalsekretär Guterres bezugnehmend auf den Ukraine-Krieg, mit eindringlichen Worten an die Teilnehmenden der Konferenz. Im Angesicht des Krieges und weiterer geopolitischer Spannungen, sieht Guterres die Welt in einer Zeit gesteigerter nuklearer Gefahr. Am 18. August traf er in der Ukraine, in Lwiw, auf den ukrainischen Präsidenten, auf diesem Treffen betonte Selenskyj seine Forderung, das Gebiet um das Atomkraftwerk zu entmilitarisieren. (nki)

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