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Warnung

Afrika wird ökonomisch getroffen

  • Johannes Dieterich
    vonJohannes Dieterich
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Experten erwarten wirtschaftlichen Einbruch.

Es schien sich um einen klaren Fall zu handeln: Wegen der engen Beziehungen vieler afrikanischer Staaten zu China schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis das Coronavirus den Kontinent erreicht. Und dann wäre alles zu spät. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) machte den medizinisch unterentwickelten Erdteil als Achillesferse des Kampfs gegen die Pandemie aus.

Wochen nach den Unkenrufen sehen die Tatsachen anders aus. Zwar werden aus 14 afrikanischen Staaten insgesamt fast 140 Infizierte gemeldet, darunter auch zwei Tote – doch die Apokalypse blieb bislang aus. Mit ihrer Eindämmungsstrategie scheinen Afrikas Regierungen durchaus erfolgreich zu sein: Beim Großteil der Fälle handelt es sich um Reisende aus Europa, die sich in Italien, Frankreich oder auch Deutschland angesteckt haben.

In Südafrika bereitet sich deswegen bereits eine ungemütliche Stimmung gegen Weiße aus, wie sie bislang eher schwarze Afrikaner in Europa zu spüren bekamen – stets als potentielle Träger gefährlicher Viren betrachtet zu werden. „Südafrika importiert Corona-Fälle aus Europa“, titelt selbst der seriöse „Business Day“.

Fachleute rätseln noch, warum das Virus in Afrika sich eher schwach ausbreitet. Vielleicht sorgt der derzeitige Sommer auf der südlichen Erdhalbkugel dafür, dass das Virus sich unwohl fühlt, heißt es: Oder dass Afrikaner vielleicht einen genetischen Vorteil hätten. Wer sich allerdings die Verlaufsform früherer Pandemien anschaut, stellt fest, dass Afrika auch damals schon glimpflich davon kam. Von der vor 18 Jahren tobenden Sars-Seuche wurde als einziger Staat des Kontinents Südafrika (ohne Todesopfer) heimgesucht. Und sieben Jahre später griff die mexikanische Schweinegrippe zwar auch auf die meisten afrikanischen Staaten über. Doch statt Millionen steckten sich nur 8000 Menschen an, 160 starben.

Tourismusbranche leidet

Getroffen wird Afrika aber trotzdem – ökonomisch. Schon jetzt sehen Analysten die drei größten Ökonomien südlich der Sahara (Südafrika, Nigeria und Angola) in tiefe Rezessionen schlittern. Südafrika droht bis zu sieben Prozent seines Bruttoinlandprodukts zu verlieren. Denn allein der Tourismus sorgt am Kap der Guten Hoffnung für 1,5 Millionen Jobs und Einnahmen von mehr als 30 Milliarden Euro: Doch statt, wie noch vor Wochen prognostiziert, um vier Prozent zu wachsen, wird der Sektor nach Schätzung der Welttourismusorganisation UNWTO um bis zu drei Prozent schrumpfen.

Noch düsterer sieht es im wirtschaftlichen Herzen Südafrikas, dem Rohstoffhandel und der Autoproduktion, aus. Dort ist das Land auf europäische und chinesische Märkte angewiesen: Und die könnten nach Schätzungen von Experten infolge der Pandemie um bis zu fünf Prozent einbrechen.

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