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Afghanistan: Joe Biden in der Defensive - US-Truppen sollen nun doch länger bleiben

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Von: Max Schäfer

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Joe Biden (rechts) wehrt sich im ABC-Interview mit George Stephanopoulos gegen Kritik zum Afghanistan-Abzug.
Joe Biden (rechts) wehrt sich im ABC-Interview mit George Stephanopoulos gegen Kritik zum Afghanistan-Abzug. © Abc News/Imago

In einem ABC-Interview verteidigt sich Joe Biden gegen Kritik. Er kündigt außerdem an, die US-Truppen länger in Afghanistan zu lassen.

Washington D.C/Kabul. – US-Präsident Joe Biden steht nach dem Rückzug der USA aus Afghanistan und der darauf folgenden Machtübernahme der Taliban in der Kritik. Besonders sein Vorgänger Donald Trump, dessen Regierung den US-Abzug vom Hindukusch mit der radikal-islamistischen Terrormiliz verhandelt hatte, warf Biden Schwäche und Inkompetenz vor.

Joe Biden: Afghanistan-Abzug nicht ohne Chaos möglich

In einem Interview mit dem TV-Sender ABC am Mittwoch (18.08.2021 Ortszeit) verteidigt sich Joe Biden gegen die Vorwürfe, nicht ausreichend vorbereitet gewesen zu sein. Die chaotischen Szenen am Flughafen Kabul seien unvermeidlich. Er wisse nicht, wie der Abzug aus Afghanistan ohne Chaos zu meistern gewesen wäre, sagte Joe Biden.

ABC-Moderator George Stephanopoulos fragte Joe Biden, ob die amerikanische Regierung Fehler gemacht habe oder besser mit der Situation in Afghanistan hätte umgehen können. Biden entgegnete mit einem „Nein“. Der afghanische Präsident sei angesichts des schnellen Vormarsches der Taliban in „ein Flugzeug gestiegen“ und weggeflogen, die Armee sei widerstandslos zusammengebrochen, verteidigte sich Biden.

Joe Biden gerät im Interview zum Afghanistan-Abzug in die Defensive

Am 8. Juli 2021 hatte Joe Biden noch gesagt, es sei sehr unwahrscheinlich, dass die Taliban das Land übernehmen. US-Geheimdienste warnten jedoch vor einem Kollaps der afghanischen Armee. Sie sei einem Angriff der Taliban nicht gewachsen. Besonders Kabul wurde dabei als gefährdet eingestuft. Daher kamen Fragen auf, warum die US-Regierung nicht besser auf möglicherweise notwendige Evakuierungen vorbereitet gewesen sei.

Als Moderator George Stephanopoulos Joe Biden auf die dramatischen Szenen am Flughafen in Kabul ansprach, geriet der US-Präsident in die Defensive. Er habe sich gedacht, dass die USA die Kontrolle über den Flughafen bekommen müssen. Das sei den Truppen gelungen, sagte Biden. Die USA geben an, dass sie seit Sonntag (15.08.2021) 6000 Menschen aus Afghanistan evakuieren konnten.

Joe Biden: US-Truppen sollen in Afghanistan bleiben, bis alle evakuiert wurden

Die Taliban koopierierten bei der Evakuierungen der US-Staatsbürger:innen, erklärte Joe Biden. „Wir werden bleiben, bis wir sie alle rausgeholt haben“. Dabei will der US-Präsident auch nicht am eigentlichen Abzugsdatum, dem 31. August festhalten und geht dabei auf Kritiker:innen ein. Probleme gebe es aber bei der Rettung der afghanischen Helfer:innen. „Die Verpflichtung besteht darin, alle rauszuholen, die wir rausholen können, und alle, die rausgeholt werden sollten“, sagte Biden. (Max Schäfer)

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