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Afghanistan: Taliban verbieten Frauen öffentliche Verkehrsmittel ohne Begleitung zu nutzen

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Von: Ares Abasi

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Das Leben in Afghanistan schränkt Frauen immer weiter ein. Nun dürfen Afghaninnen ohne männliche Begleitung nicht einmal mehr öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

Kabul – Am Sonntag (29. Mai) haben die Taliban angeordnet, dass es Frauen nicht erlaubt ist, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, wenn sie allein sind. Dies gab ein Taliban-Beamter des Ministeriums für Laster und Tugenden bekannt. Das berichten Jurastudenten und Anwälte aus Afghanistan dem gemeinnützigen Online-Rechtsnachrichtendienst JURIST, über die Situation in Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban. Hier berichtet eine Jurastudentin in Kabul über die jüngste Einschränkung der Rechte und Freiheiten der afghanischen Frauen durch die Taliban. Aus Datenschutz- und Sicherheitsgründen JURIST den Namen der Korrespondentin nicht angegeben. Der Text wurde leicht bearbeitet, um die Autorin zu schützen.

Afghaninnen dürfen künftig ohne männliche Begleitung, nicht einmal mehr öffentliche Verkehrsmittel nutzen. 
Afghaninnen dürfen künftig ohne männliche Begleitung, nicht einmal mehr öffentliche Verkehrsmittel nutzen.  © Petros Giannakouris/dpa

Von August 2021 bis heute werden jeden Tag, Stück für Stück, das Leben und die Freiheit der Afghanen massiv eingeschränkt, insbesondere die afghanischen Frauen trifft es schlimmer als alle anderen. Von der Schließung von Mädchenschulen bis hin zu Journalistinnen und Fernsehmoderatorinnen, die gezwungen werden, ihre Gesichter zu verschleiern, verschlechtert sich die Situation ständig. Am Sonntag haben die Taliban angeordnet, dass es Frauen nicht erlaubt ist, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, wenn sie allein sind. Zuvor hatten die Taliban verfügt, dass Frauen, die innerhalb oder außerhalb des Landes reisen, von einem Mahram begleitet werden müssen, d. h. einem männlichen Verwandten, mit dem ein Ehevertrag nicht möglich wäre, wie z. B. einem Bruder, Vater oder Sohn.

Afghanistan: Schreckensherrschaft der Taliban

In den letzten Monaten ist deutlich geworden, dass die Taliban-Behörden Frauen für persönliche und politische Zwecke missbrauchen. Mädchen werden an Bildung, Gesundheitsfürsorge und Beschäftigung gehindert und gezwungen, ihr Gesicht in der Öffentlichkeit stets zu verhüllen. Mit einer derart strengen Auslegung der islamischen Schriften wollen die Taliban in erster Linie sicherstellen, dass ihre Fußsoldaten in der Masse ständig daran erinnert werden, dass das, was ihnen über den Islam eingetrichtert wurde, um sie gegen die frühere Republik aufzubringen, vom neuen Islamischen Emirat angewendet wird.

Der Druck und die Einschränkung der Rechte der Frauen haben sich in dieser Hinsicht als nützlich erwiesen, da Frauen in den Augen der Taliban generell mit moralischer Verderbtheit und als Test für sexuelle Versuchung assoziiert werden. Zweitens soll durch die Geiselnahme von Frauen insgesamt die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft erregt und diese gezwungen werden, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Das Fehlen einer vernünftigen oder zumindest einschüchternden Option seitens der internationalen Gemeinschaft, die die Taliban zum Einlenken zwingen würde, hat sie ermutigt, und nun fühlen sie sich in einer Lage, in der es keine Grenzen für ihre Menschenrechtsverletzungen gibt. (Ares Abasi)

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