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US-Delegation trifft Taliban

Afghanistan: Gespräch zwischen Taliban und USA in Doha – Islamisten sind auf Hilfe angewiesen 

  • Ares Abasi
    VonAres Abasi
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In Doha führt eine US-Delegation erstmalig Gespräche mit hochrangigen Vertretern der Taliban. Die haben große Hoffnung, denn sie sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Doha – Hochrangige Taliban-Mitglieder und Repräsentanten der Vereinigten Staaten wollen nach Angaben eines afghanischen Diplomaten ein neues Kapitel in ihren Länderbeziehungen aufschlagen. Am vergangenen Samstag (09.10.2021) fand in Doha/Katar das erste offizielle Treffen nach Abzug der amerikanischen Militärkräfte im August und der daraus resultierenden Machtübernahme der Taliban statt. Mullah Amir Khan Muttaqi, Afghanistans amtierender Außenminister, sagte, dass der Fokus der afghanischen Delegation die humanitäre Hilfe ist sowie die Einhaltung der Vereinbarung, die den Weg zum finalen Abzug der amerikanischen Truppen ebnete.

Der Außenminister sagte weiterhin, dass die afghanische Delegation die USA darum bat, die Sperre auf die Rücklagen der afghanischen Zentralbank aufzuheben. Er fügte hinzu, dass die USA den afghanischen Büger:innen Corona-Impfungen zur Verfügung stellen würden. Die Taliban würden zum späteren Zeitpunkt ebenfalls Repräsentanten der europäischen Union treffen, so Muttaqi. Al-Jazeera-Reporterin Natasha Ghoneim erklärte, dass die Taliban-Delegation die Hoffnung hat, durch das Treffen in Katar mit den Schwierigkeiten in der Regierung, den wachsenden Sicherheitsproblemen und den wirtschaftlichen Leiden, besser umgehen zu können.

Taliban und US-Delegation in Doha: Afghanischer Außenminister will Hilfe für das Volk

„Der amtierende Außenminister sagt, dass Afghanistan den Kontakt zu der internationalen Gemeinschaft sucht, damit die finanzielle Not überwunden werden kann. Das ist ein Land, das schwer abhängig von internationaler Hilfe ist. Die humanitäre Krise wächst vor Ort“, sagte Ghoneim. „Die Taliban bitten die USA, die wirtschaftlichen Einschränkungen aufzuheben, das Vermögen freizugeben oder die Einschränkungen der afghanischen Nationalbank aufzuheben. Sie sagen, dass sie in der Lage sein müssen, ihre Mitarbeiter zu bezahlen und in der Lage sein müssen den afghanischen Bürgern Leistungen anzubieten.“ 

Eine US-Delegation trifft sich mit hochrangigen Vertretern der radikal-islamistischen Taliban aus Afghanistan in der katarischen Hauptstadt Doha.

Afghanistan: Gespräche sollen Taliban nicht als afghanische Macht legitimieren

Ghoneim sagte weiterhin, dass die Erwartungen eines Durchbruchs beim Treffen „gemäßigt“ sein sollten, weil es noch immer eine große „Kluft“ gibt, zwischen dem, was die USA wollen und dem, was die afghanische Übergangsregierung will. Der amerikanische Kontakt zu den Taliban, Sonderberater des US-Außenministeriums Zalmay Khalilzad, sei dieses Mal nicht anwesend gewesen. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte am Freitagabend (08.10.2021), dass die Gespräche nicht dafür da seien, die Taliban als afghanische Macht zu legitimieren. Die Gespräche hätten eher pragmatische Gründe, um Anliegen für das nationale Interesse zu klären. (Ares Abasi)

Nach einer Reihe von Anschlägen in Afghanistan, scheint die Lage kritisch. Die Taliban jagen nun IS-Mitglieder.

Rubriklistenbild: © Susan Walsh/dpa

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