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Taliban bauen Terrorherrschaft aus – Die Gräuel der Rachemorde und Hinrichtungen

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Von: Marvin Ziegele

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Repräsentanten des Taliban-Regimes am Flughafen in Kabul in Afghanistan. (Archivfoto)
Repräsentanten des Taliban-Regimes am Flughafen in Kabul in Afghanistan. (Archivfoto) © Valery Sharifulin/Imago Images

Die Taliban regieren Afghanistan mit harter und repressiver Hand. Das Regime selbst bestreitet seine Gräueltaten weiterhin.

Kabul – Seit mehreren Monaten halten die Taliban die Kontrolle nun über Afghanistan. Zwar hat die Terrormiliz zunächst zugesichert, keine Vergeltungsmaßnahmen gegen vermeintliche Feinde zu ergreifen. Laut Informationen des Nachrichtenportals Newsweek gibt es jedoch Hinweise darauf, dass die Taliban willkürlich Leute verhaften, foltern und gezielt töten.  

In Afghanistans Hauptstadt Kabul durchkämmen die regierenden militant-islamistischen Taliban demnach systematisch Wohnviertel. Die Aktion diene der Verbesserung der Sicherheitslage, erklärte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid während einer Pressekonferenz am Sonntag (27.02.2022). Dabei seien Dutzende Kriminelle festgenommen und Waffen beschlagnahmt worden.

Afghanistan: Willkürliche Durchsuchungen der Taliban in Kabul

Mehrere Bewohnerinnen und Bewohner in Kabul berichteten jedoch auch von Willkür und Gewalt bei der Suchaktion. Viele Menschen seien in Panik geraten. Häuser zahlreicher ausländischer Journalistinnen und Journalisten wurden ebenfalls durchsucht, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kabul erfuhr.

Laut eines Berichts von Human Rights Watch (HRW) stellten die Vereinten Nationen fest, dass die Taliban in den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 für fast 40% der zivilen Todesfälle und Verletzungen verantwortlich waren. Dabei machten Frauen und Kinder den größten Teil der zivilen Opfer in Afghanistan aus.

Taliban: Kabul nicht über Nacht gefallen

„Wenn man den internationalen Nachrichtenmedien zuhört, hat man den Eindruck, dass Afghanistan über Nacht gefallen ist“, heißt es in einem Bericht von Amnesty International. „Die Zivilisten, die in die Kämpfe verwickelt waren, wussten es anders.“

LandAfghanistan
SprachePaschto
HauptstadtKabul
Regierungsformtheokratisches Emirat (seit Machtübernahme der Taliban)
Einwohnerzahl38 Millionen

Demnach seien Rachemorde inzwischen die „Grundlage für eine gezielte Politik“, die vor allem Sicherheitsbeamte der ehemaligen Regierung treffen. Diese Menschen würden „aufgespürt und hingerichtet“ werden. Die Taliban selbst bestreiten, dass die Organisation in Morde verwickelt ist oder Menschen verschwinden lässt.

Afghanistan: „Unheilvolle Warnung“ vor den Taliban

„Die Vergeltungsangriffe der Taliban gegen Zivilisten, die als Unterstützer der Regierung angesehen werden, sind eine unheilvolle Warnung vor dem Risiko künftiger Gräueltaten“, so Patricia Gossman, stellvertretende Asien-Direktorin bei Human Rights Watch, in einem Bericht.

Auch vonseiten der EU werden die Taten gegen Zivilisten in Afghanistan scharf verurteilt. „Die Einschüchterungen, Hausdurchsuchungen, Verhaftungen und die Gewalt gegen Angehörige verschiedener ethnischer Gruppen und Frauen sind Verbrechen und müssen sofort aufhören. Trotz Putins Krieg beobachten wir euch!“, schrieb der EU-Botschafter Andreas von Brandt auf Twitter.

Taliban schränken Freiheitsrechte in Afghanistan drastisch ein

Die Taliban haben seit ihrer Machtübernahme im August Freiheitsrechte drastisch eingeschränkt. Besonders Frauen sind zunehmend vom öffentlichen Leben ausgeschlossen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten war die Stabilität Afghanistans in hohem Maße von ausländischen Finanzmitteln abhängig. Unter der früheren afghanischen Regierung machten die Hilfsgelder nach Angaben der Weltbank 43% des afghanischen BIP und fast 75% der öffentlichen Ausgaben des Landes aus.

Als die Taliban gewaltsam die Kontrolle über das Land übernahmen, weigerten sich die meisten internationalen Geber, einschließlich der USA, die Taliban formell anzuerkennen und stellten die nicht-humanitäre Finanzierung ein, wodurch Vermögenswerte in Milliardenhöhe eingefroren wurden. (marv)

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